Monday, 28 September 2015

Goodbyes.

Ein Bisschen weh tun sie ja immer die Abschiede. Zum Glück. Da weiss ich dann, dass es gut war und nicht zu lange und ich mal wieder das grosse Glück hatte, ein neues Fleckchen Erde kennen zu lernen.
Sri Lanka, dieses wunderbar wilde Land.
Gestern wurde mir noch eine ganze Elefantenherde präsentiert. Einfach so. Am Rande des Nationalparks, nur ein paar Steinwürfe von mir entfernt. Mit Jungen und Alten, zwischen Dschungelaffen und Wasserbüffeln und Pfauen.
Noch zwei Tage hab ich, dann geht es wieder heim. Gespaltene Gefühle, so wie immer.
Aber dankbar bin ich.
Für's Reisenlieben, für's Reisenleben, für meine wunderbartolle Reisebegleitung, für all meine Reisebekanntschaften und neuen Reisefreundschaften. Ich komme wieder!
Macht's gut!
Bis bald.
<3

Wednesday, 23 September 2015

Beach Jungle Beach Dancing

Oh ja, es ist wie es ist. Sana und Fam bleiben Ihrer Geschichte treu und verbringen die Wochen an den fastoffseasonpartybeaches.
Diesmal allerdings gekoppelt an eine beachbar, wo wir die Küche mitbenutzen dürfen und teilweise auch bissel "mitarbeiten". Also wie daheim eigentlich :-D . Nur die Musik ist schlechter. Bin wahrlich kein deephousefan, aber wie auch schon in Goa, man gewöhnt sich an alles und lernt auch einiges lieben.
Wir nehmen super viele Rezepte mit und haben Bananenblüten gekocht und Kurbiscurry, das uns fast das Maul verbrannt hat, so scharf war es. Das muss erst mal einer schaffen :-P .
Außerdem habe ich mittlerweile schon einen kleinen Singhala Wortschatz auf den ich sehr stolz bin. Super Sprache!
Ansonsten war es eher ruhig und ich hab viel gelesen, das war super.
Nach ca. 10 Tagen Strandfaulheit auf meiner Seite, wollte ich dann aber mal wieder was spannendes unternehmen, also bin ich heute mit einem der local Jungs (Chamara) aus der Bar mit dem Scooter auf Safari gefahren.
So was hab ich wahrlich noch nicht gesehen. Wir sind am Rande des Nationalparks auf Trampelpfaden durch die Wildnis gefahren. Wilde Affen, Elefanten, Krokodile fast zum greifen nah. Und dazu hunderte, vielleicht tausende Vogelarten, die um uns herum oder vor uns weg geflogen sind. Echsen in allen Größen, Formen und Farben, Libellen, Termitenhügel, Schmetterlinge, Mangobäume, Palmen, Grünzeugs aller Art. Bunt und zauberhaft.
Ich bin wahnsinnig begeistert von der Artenvielfalt und auch schon ein wenig wehmütig, bald wieder fahren zu müssen.
Vor ein paar Tagen waren wir zum barbecue an einem abgelegenen Strand und haben Kartoffeln aus dem Feuer gegessen mit 4 Jungs aus Deutschland und der Schweiz. Unser Tuktuk hat uns dann spät abgeholt mit einem zweiten Fahrer drin, weil wir durch Elefanten Gebiet mussten. Die haben wir dann auch gesehen. Rennend. Also das war zu gleichermaßen beängstigend und magisch. Hier sind diese Tiere wirklich noch frei. Das ist so unfassbar schön.
Morgen ist Feiertag und unser Abenteuertuktukfahrer hat uns zum lunch zu seiner Familie eingeladen. Da freu ich mich auch schon drauf.
Ihr fühlt Euch bitte alle feste gedrückt und ich trunk jetzt ein Bier auf meinen allerliebsten Xtopher, der nun schon unglaublich alt ist!
Liebe.

Tuesday, 15 September 2015

Ella und Arugam Bay

Unser letzter Tag in Ella war wirklich traumhaft. Sanka und Sanjeewa haben uns mit den Scootern auf eine unglaubliche Tour durch Dschungel, zu Wasserfällen, über Berge mit Ausblick über das ganze Land und zu super leckerem local Essen mitgenommen. Fast hundert Kilometer durch's Gebirge. Ein Traum.
Dennoch haben wir uns schon so auf's Meer gefreut und sind jetzt seit 4 Tagen in Arugam Bay.
Surfer Spot und Party Hochburg.
Natürlich gibt es wie immer an solchen Orten nicht so viel zu erzählen, weil die Tage nicht mehr so voller neuer Eindrücke sind, aber ich muss wirklich sagen, der Strand ist toll, das Wasser warm und die Wellen sind nicht zu stark.
Einmal am Tag regnet es, was bedeutet, daß wir nachts gut schlafen. Wir sind an der Ostküste, deshalb gibt es leider keinen Sonnenuntergang über'm Meer, dafür aber den Sonnenaufgang. Heute morgen, nach einer durchtanzten Nacht, sind Sana und ich buchstäblich in selbigen hinein geschwommen. Um uns herum sind Fische durch die Wellen gesprungen und es gab nur ein paar rosarote Wolken über uns. Ein saugeiles und schon fast schmerzhaft malerisches Erlebnis.
Unsere Tage hier werden mit Schwimmen, Lesen und Essen verbracht und abends gibt's erst live Musik und dann so einen grauenhaften Mix unterirdischsten Pophousegrottentechnos an den wir uns jetzt schon gewöhnt haben und auch wie die Bescheuerten tanzen.
In unserem kleinen Bungalow Dorf haben wir mal wieder super Menschen erwischt. Sascha, ein 35jähriger französisch schweizerischer Snowboard Lehrer, der den ganzen Tag auf dem Wasser ist und nur mit Handgepäck und einer Gitarre reist. Simon, ein deutschsprechender australischer Althippie, ebenfalls mit Gitarre unterwegs und mittlerweile schon seit 18 Monaten auf Reisen. Und  natürlich eine ganze Meng Locals, die sich herrlich um uns bemühen und zudem auch sehr lustig sind. Wir sind also wieder top aufgehoben und lassen es uns an nix fehlen.
Wir haben jetzt übrigens die 5. Sorte Chillies probiert. Alles geil! Bakterien haben bei unserem Knoblauch und Chillie Verbrauch null Chance und mit einer Coconut unter der Palme sitzend, kann ich wirklich nur sagen: Danke, dass ich das erleben kann.
Macht es alle gut und fühlt Euch geherzt aus der paradiesischen Ferne.
<3, F*

Wednesday, 9 September 2015

Ella

Wenn man Sri Lanka besucht, sollte man definitiv die Zugfahrt von Kandy nach Ella machen. 6 Stunden lang Postkartenmotive der aller feinsten Sorte. Ob nun die Teeplantagen, die Schluchten, die Berge, die Wasserfälle, die Reisfelder, der Dschungel, die Dörfer, die Gemüsebeete, die Hütten oder die liebevoll gestalteten Blumengärten. Alles, wirklich alles ist atemberaubend schön.
Am Bahnhof wurden wir dann quasi sofort von einem jungen Singhalesen mit Dreadlocks (Sanka heisst er) angesprochen, der sich nach einigem hin und her doch auf Sanas hartes Handeln eingelassen hat und uns in seinem Tuktuk mitgenommen hat. Allerdings nicht direkt zum Zimmer, sondern erst zur Familie, wo er noch mit Mutter und Schwester diskutieren musste über unseren Preis. Im Endeffekt haben dann alle zugestimmt und wurde wurden durch das Minidorf gefahren, hoch auf den Berg, direkt in den Dschungel zu einem solch wunderschönen Zimmer, dass wir fast ein schlechtes Gewissen hatten, dass wir so arg gehandelt hatten.
Wir haben ein Himmelbett, saubere Decken, je zwei frisch bezogene Kissen und ein Bad mit heissem Wasser. Vom Zimmer öffnet man zwei Flügeltüren zur Terrasse mit Tisch und Stühlen und einem Ausblick auf Ella Rock und little Adam's Peak, sowie Bergen und Tälern in der Ferne. Absolut traumhaft. Der Name "Angel View" ist auf jeden Fall auch Programm hier.
Abends hören wir den Mönchen bei ihren Meditationsgesangen zu, morgens werden wir vom Hahn wach gekräht und Unterhaupt piepst und tschirpt und lebt hier alles um uns herum. Inklusive der 3 Haushunde, des unglaublich aufdringlichen Katers, und der drei Hühner, die immer in unser Zimmer wollen.
Überall wachsen Bananen, Jackfruit, Granatäpfel, Papayas, Mangos, Chillies und alles was das Herz nur so begehrt.
Die Familie hat uns fast schon schmerzhaft herzlich aufgenommen. Und das auch noch, obwohl der Großvater im Sterben lag (vorgestern ist er dann gestorben). Alles ist hier ein wenig im Ausnahmezustand, aber gleichzeitig unheimlich herzlich und lieb.
Die Familie trauert mit dem ganzen Dorf gemeinsam, neun eigentlich mit der ganzen Region gemeinsam, da der Opa ein sehr bekannter und beliebter Mann war. Seit drei Tagen ist er nun daheim aufgebahrt und die Familie empfängt hunderte von Trauergästen. Gestern auch uns.
Das war ganz schön komisch so einen aufgebahrten Töten da liegen zu sehen, aber irgendwie auch sehr friedlich und ruhevoll, wie er da so lag, ganz in weiss gekleidet, auf einem weissen Himmelbett, umgeben von Kissen und zwei Elefanten Stoßzähnen (Attrappen) mit schönem Licht. Hatte irgendwie was.
Die Familie hat sich unheimlich gefreut, dass wir da waren und uns gleich noch zum Abendessen eingeladen. Hammer Buffet mit verschiedensten Curries auf riesen Tellern und ohne Besteck! Herrlich.
Spannend war hier, dass alle Männer unglaublich betrunken waren und alle Leute, auch die Frauen, sehr viel gelacht haben.
Allgemein wird in diesem Land sehr viel gelacht, das ist toll.
Zwischen all der Trauer und den speziellen Umständen hier haben wir aber auch ein paar Dinge angesehen. Eine Teefabrik, einen Wasserfall, sind hoch zu Little Adam's Peak und mit Sanka und seinen Freunden im Tuktuk durch die Gegend gefahren. Die haben uns auch ganz zuckersüss in Ihren Freundeskreis aufgenommen. Zuckersüss sind sie eh, denn obwohl  sie schon Anfang zwanzig sind, wirken sie oft eher wie verspielte Teenager. Hat schon was.
Heute ist nun die wirkliche Beerdigung, wo wir aber nicht mit gehen werden. Statt dessen ist Sana auf den Ella Rock gestiegen und ich habe, da mir leider mein Fuss doch etwas weh tut, zu Hause aufgeräumt, Waschen gewaschen und mich mal wieder dem Blog gewidmet. Auch schön.
Morgen wird dann unsere sechste und letzte Nacht in Ella sein und dann verlassen wir die Berge in Richtung Strand.
Uns geht es also super gut und wir laufen mit offen Augen und teilweise auch offenen Mündern weiter durch dieses tolle Land.
Alles Liebe und bis bald.
F*

PS: Fotos sind leider auf dieser Reise nur bedingt möglich. Ich reiche aber alles nach.

Thursday, 3 September 2015

Mawanella und Kandy

Am Dienstag hieß es "Good bye Negombo!" und zum Abschied haben wir unsere guesthousemama noch zum Kaffee eingeladen. Bei Ihr daheim wurde ich erstmals in einen Sari gesteckt, sehr schick. Im Café wurde dann noch wild diskutiert über Gott und Jesus und Glauben (sie ist Christin) und gleichgeschlechtliche Ehe und zum Schluss konnten wir sie dann doch besänftigen und Ihr ein wenig die Angst nehmen, dass wir vielleicht in die Hölle kommen.
Dann schnell gepackt und auf in den local bus Richtung Kandy ins Landesinnere. Das ganze war relativ komfortabel, ziemlich schnell und mit ca 1 Euro pro Person unschlagbar günstig. Jetzt sind wir in Mawanella, ca 20 km vor Kandy, einem absolut untouristischen Örtchen bei Rosh, einem ayurvedischen Arzt untergekommen. Den hatten wir uns schon vorhierüber's Couch surfen rausgesucht. Während er uns hier umsonst in seinem Zimmer wohnen lässt, schläft er im Haus seiner Großmutter. Am abend waren wir gemeinsam essen. Unsere ersten egghoppers mit geilster Chili sauce und gravy und kotthu parota, geschnittener parota mit Gemüse gebraten. Super Lecker und in einem wunderbaren einheimischen Hotel (also Restaurant).
Tag 2 war hier verplant, Rosh hat uns eine Karte mit den Sehenswürdigkeiten des Dorfes gezeichnet, tausende von Flughunden verteilt auf drei bestimmte Bäume am Fluss, Hindu- und buddhistische Tempel und Lassi im Oregano Restaurant. Eher überschaubar, aber wunderschön. Im Dorf haben wir uns dann noch einen Regen- bzw. Sonnenschirm gekauft, der hier wirklich von jedem genutzt wird, was uns allerdings zum absoluten Stadtgespräch gemacht hat, denn Touristen sind hier eh schon selten und dann rennen die auch noch mit Schirm rum. Hat auf jeden Fall schon jetzt für viel Gelächter gesorgt.
Und meinen Kurtastoff haben wir beim ladiestailor abgegeben, für Rs. 450 schneidert sie mir ihn zurecht, das sind ca. 3 Euro.
Am Nachmittag sind wir dann mit Rosh zu seiner Elefantenauffangstation gefahren, wo wir eine 30jahrige Elefantendame füttern und im Fluss waschen durften, das war ganz schön beeindruckend. Wahnsinns Tiere sind das! Diese warme dicke, borstige Haut und dieser riesige Rüssel, der so unheimlich filigrane Bewegungen macht. Enorm gross und doch ganz zart irgendwie. Zwei Männchen haben wir auch gesehen, einer mit tollen Stoßzähnen. Auf dem Weg ist auch der "König der Elefanten", der zum Festival in Kandy den Zahn Buddhas herum trägt an uns vorbei marschiert. Der war größer als ein Bus! (Der Zahn Buddhas liegt normalerweise sicher im Tempel in Kandy, da waren wir dann gestern.)
Am Abend hat Rosh uns dann noch durch seinen ayurvedischen Kräutergarten geführt und vieles über die Wirkungen der Pflanzen erzählt. Weicht gar nicht soviel von der europäischen Heilkunde ab und war total toll, die Pflanzen mal in Ihrer natürlichen Heimat zu sehen. In der anliegenden Apotheke habe ich dann noch reines Vanille Extrakt gekauft, das ist das intensivste, was ich je an Vanille gerochen hab. Es ist wohl so, dass die Schoten, die verkauft werden vorher schon benutzt werden, um das Extrakt zu gewinnen, also eigentlich nur die Reste und somit weitaus weniger aromatisch sind. Ein Tropfen reicht für einen Kuchen :-), Zojá wird sich freuen.
Unser Ausflug nach Kandy gestern war etwas chaotisch. Bus 1 zusammengebrochen, Bus 2 überfüllt, Kandy viel geschäftiger als gedacht, Platzregen und etwas planlos. Zum Glück haben wir dann aber doch noch die 1000 Rupees für den Temple of the Buddha's tooth bezahlt und uns diese super schöne und unglaublich saubere Tempelanlage angesehen. Ansonsten waren wir wie immer auf dem Markt und haben jetzt 4 verschiedene Sorten frischer chilliesssss, die heute im Frühstück mal getestet werden. Ich glaube eine schärfer als die andere :-) .
Gleich gehen wir noch meine Kurta abholen und dann verabschieden wir uns von Mawanella.

Wir nehmen heute wieder den Bus nach Kandy und fahren dann morgen früh mit dem Zug nach Ella. Das wurde uns jetzt so oft empfohlen, das müssen wir einfach machen!

Noch etwas sehr positives: das essen auf der Strasse wird hier in Zeitungspapier, oder noch schöner, in beschrifteten Schulblockseiten serviert. Habe schon einige Mathehausaufgaben gesammelt. Und die Teller werden zum Glück auch nicht mehr mit Plastikfolien überzogen. Ich hoffe, das bleibt so :-).

Ayubowan my friends!
Love from Sri Lanka.
F*

PS: Fotos momentan nur auf fb...