Wenn man ankommt in einem fremden Land und bei der Passkontrolle von einem lächelnden Mann mit den Worten:"Good morning beautiful Lady, welcome to Sri Lanka!" empfangen wird, dann könnte man doch glatt den Eindruck gewinnen auch willkommen zu sein.
Und so fühlt es sich ehrlich gesagt auch an. Die Menschen sind sehr offen und freundlich und, so wie es aussieht auch sehr ehrlich. Im Gegensatz zu Indien wird hier ein "No taxi, thank you. Just walking." mit einem"OK!" oder gar "Have a nice day." erwidert. Eine sehr lustige und schöne Art. Und die Preise sind auch oft fair wie es scheint.
Nun aber mal von Vorne:
Nach einem etwa turbulenten Flug mit Zwischenstop in Dubai ( 23:30 39°C!!!) bin ich am Samstag morgen verschwitzt aber glücklich in Colombo gelandet und die wundervolle Sana hat mich abgeholt. Die obligatorische Traube von Tuktukfahrern am Flughafen Ausgang war schnell zu besänftigen mit den Worten: "We have a taxi waiting." und so konnten wir unbehelligt zum tuktuk weiter marschieren. Welch verrückte Welt, ein Land, wo Dir die Leute zuhören und Deine Antworten auch akzeptieren. Ein Wahnsinn :-D .
Wir haben ein Zimmer in Negombo, eigentlich nur ein Durchreise Ort für erschreckend viele Pauschal- und Party Touristen in Miniröcken und ohne Benimm, bei einer super netten Familie mit free wifi.
Strandspaziergänge (mit viel Müll), nette Gespräche, scharfes Essen, das erste Rezept, frische Avocados vom Markt mit Koriander, Knoblauch, Zitrone, chilliesssss, Zwiebeln und Tomaten, Kokosnüsse aus der Schale und ein wunderschöner Sonnenuntergang waren so die ersten Eindrücke. Gestern mussten wir dann zur Immigration office, um unsere Visa zu verlängern, was einen Tagesausflug nach Colombo bedeutete.
Natürlich waren wir Stunden dort in der office, aber irgendwie war es auch super nett. Lustige Leute und noch lustigere Gespräche. Im allgemeinen sind die Menschen hier wirklich sehr herzlich, offen neugierig und auch als Erwachsene genauso wunderbar verspielt wie die Inder. Die meisten Leute lachen hier mit, wenn man lächelt und freuen sich über ein paar gewechselte Worte, lassen Dich dann aber auch schnell in Ruhe und selbst die Strandverkäufer belagern Dich nicht mit Ihrem Kram, sondern spazieren ohne Diskussion weiter. Not a single person wanted me to "Come into my shop!" so far at least.
Heute geht es nun weiter nach Kandy bzw. einem kleinen Vorort, wo wir bei einem ayurvedischen Arzt Couch surfen werden. Eigenes Zimmer mit Bad heißt es, und das alles für umme. Wir sind sehr gespannt.
Jetzt muss nur noch unsere Wäsche trocknen und dann steigen wir in den local bus, um langsam geschüttelt im nächsten Ort anzukommen. Da ist es dann wahrscheinlich etwas kühler, es liegt in den Bergen :-).
Im allgemeinen scheint Sri Lanka etwas moderner als Indien, die Frauen sind teils fast westlich gekleidet, man sieht junge Paare händchenhaltend auf der Strasse, die Menschen sind interessiert, aber nicht aufdringlich und es ist bei weitem nicht so patriarchaisch. Zumindest was wir bis dato so mitbekommen haben.
Sana wird mit ihren bindis hier oft als Indian girl angesprochen und ich habe die letzten zwei Tage ein Tuch um den Kopf getragen und wurde gleich für eine Muslima gehalten :-D . So schnell geht das mit dem Konvertieren.
A propos Religion. Trotz eindeutig präsentem Buddhismus gibt es hier viele Christen, und wie auch schon in Indien zeigt der sich hier bunt, laut und pompös mit Schreinen an den Straßenecken und riesigen farbenfrohen Jesusstatuen und Mariafiguren.
Gehupt wird hier auch. Viel und laut.
Scharf ist es auch. Aber kann ruhig noch schärfer :-) .
Gekauft hab ich mir auch schon was, nämlich einen Stoff für eine Kurta, die wird mir dann morgen hoffentlich gefittet und dann hab ich endlich auch ein adäquates und gemütliches Reiseoutfit.
Noch ein paar kritische Worte.
Plastik. Plastik. Überall! Hier werden die Teller im Restaurant mit Plastikfolien überzogen!!! Teilweise wird der Scheiss dann abends hinter der Hütte verbrannt, aber vieles wird eben auch gerne ins Meer oder an die nächste Straßenecke geschüttet, wo es dann erst von hunderten von Raben und ein paar Katzen auseinander genommen wird und dann von den Wellen eingesammelt wird (oder eben liegen bleibt). Traurig, wie immer. Dafür ist Nestlé hier wieder mal sehr gross und tut bestimmt viel Gutes :'( .
Noch etwas positives zum Abschluss: mir gefällt es hier sehr und es geht uns beiden super gut. Gestern abend haben wir das gefühlt leckerste Bier unseres Lebens getrunken (mal wieder). Und wir freuen uns schon sehr auf das Eintauchen in dieses spannende Land. Wir erleben beide, dass man hier nicht so abweisend sein muss, um auch mal in Frieden gelassen zu werden und erleben die Menschen hier als gastfreundlich und hilfsbereit, die uns ohne Hintergedanken zum nächsten Bus, oder dem Stoffladen ihres Vertrauens begleiten.
Fotos gibt's beim nächsten Mal.
Nun ist's aber gut, wir packen!
Liebe und Luft aus Negombo!
F*