Wednesday, 30 December 2015

Rausrutschen, Reinrutschen.

Es ist der 31.12.2015 10:46h und ich liege am Strand. Die Sonne scheint und das Palmwedeldach lässt nur so wenig durch, dass ich mich nicht verbrenne. Eine leichte Brise weht mir um die Nase und fühlt sich wohlig warm an auf der salzigen Haut. Leise Sitarmusik spielt im Hintergrund und die Wellen brechen langsam im Takt dazu.
Das Leben ist ein wunderbares Geschenk. Danke 2015, willkommen 2016.

Wir haben vorgestern Zuwachs bekommen, Lena und Peter (Freunde von Sana) sind aus Goa rüber gejettet, um mit uns Silvester zu feiern. Heute kommt noch Flo dazu. Und heute abend wird dann bei uns vorgeglüht und dann gehen wir zum Strand. Hier laufen schon alle Vorbereitungen und es wird sicher toll.

Lasst es Euch gut gehen und fühlt Euch geliebt!

F*

Monday, 28 December 2015

Scootersafari East and South (noch 2015)

Endlich mal eine Scooter tour.
Eine, die fast 120 Kilometer lang war.
Das kann sich wahrlich sehen lassen. Wir waren ewig unterwegs und abends haben uns die platten Ärsche ziemlich weh getan.
Turtle hatchery war der erste Stop. Schön und gleichzeitig furchtbar. Viel zu klein die Becken für die älteren Meeresschildkröten. Aber einen Tag alte Babies hatte ich in der Hand. Wundervolle Wesen.
Dann sind wir die komplette Küste bis hinter Matara gefahren zu einem Blowhole, wo Meerwasser durch einen engen Felskanal gespült wird und in die Höhe schiesst. Chamara hat dort eine Zeit mit den Fischern gearbeitet, also kam ich umsonst rein und habe zwei private Führer gehabt und eine Kokosnuss geschenkt bekommen.
Lunchstop beim local Curry Shop und das erste mal Chicken gegessen. Sehr lecker und echt scharf.
Kurzer Zwischenstop am singhalese love beach, wo junge verliebte Paare unter Regen-Sonnenschirmen heimlich Händchen halten. Niedlich und komisch und ein Bisschen zum Kichern.
Zum Abend hin haben wir dann an einem local beach Tee getrunken und den Stelzenfischern bei ihrer Arbeit zugesehen. Ziemlich romantisch irgendwie :-) .
Galle Fort bei Finsternis behängt mit hunderten von Lichterketten war der letzte Eindruck dieser langen Fahrt.
Ein kleines Abendessen bei Chamaras Mama gab's dann auch noch. Eine Öllampe reicht wirklich aus, um ein ganzes Zimmer zu beleuchten. Und da sitzen sie dann alle zusammen, essen und lachen und freuen sich, dass das weisse Mädchen auch mit isst.
Das Dach ist übrigens fertig und alle schlafen trocken und zufrieden.

Schätze unseres Gartens

Pfefferranken, Zimtbäumchen, ein Curryleavestrauch, Papayabäumchen, Avocado- und Mangobaum, drei Bananenstauden, ein Roseappelbaum, drei Kokospalmen und ein Cashewnussbaum.
Ich will das alles auch in Wien haben!

Sri Lanka Schmankerl 4

Tierisches:
Nachts mit dem Scooter durch den Dschungel gefahren und doch tatsächlich ein Stachelschwein gesehen. Mit aufgestellten Stacheln ist es vor uns hergerannt, bestimmt für 200m. War auch für Chamara was ganz besonderes, scheint also nicht so häufig vor zu kommen.

Mungos hab ich jetzt auch endlich gesehen. Feinde der Cobras und ganz schön laut nachts, wenn sie in jemandes Dachstuhl leben. So wie bei uns.

Zitiertes:
"Money makes many thinks." Hinten am Tuktuk. Je länger ich über diesen Satz nachdenke, desto mehr Sinn macht er...
Noch mehr Tuktukweisheiten:
"The World Is A Hell Not A Heven."
"We bring nothing in to the world." Stilbewusstsein Fehlanzeige?
"My life, my style, my attitude. No money, no girls." Hm?

Schild vor der Travelagency: "Air Fort Drops", kein gefallenes Fort, sondern der Transport zum Flughafen.

Angebot auf einer Tafel am Wegesrand: " Tuk tuk and Mortar Bike for rent!" Oha!

Könnte mein neues Lieblingsrestaurant werden: "The Burger Shag"

Der Ra-Ausflug oder "The Marubadubaday"

Ra ist so eine Art Kokospalmen-Federweisser oder Sturm oder Most. Um an ihn ran zu kommen, werden zwischen allen möglichen Palmen Seile gespannt, über die sich die Erntemänner von Baum zu Baum hangeln. Sie schneiden abends die Kokosblüte an, hängen einen Eimer darunter und morgens ist der dann voll mit Ra und wird geerntet. Trinken sollte man es nur am Vormittag, denn abends ist es schon um.
Schon seit dem letzten Besuch in Sri Lanka wollten wir das mal probieren.
Letzte Woche saßen wir eines morgens zu viert hier bei uns rum (Suranga war auch da) und warteten auf den Anruf vom Hardwareshop wegen der Dachpappe. Der kam und verkündete uns, dass die Lieferung nicht gekommen war. Nun gut, what to do?
Wie schön, dass es immer einen mit einer grandiosen Idee gibt. Ich glaub, diesmal war es Chamara. Let's go to the jungle drinking place!
Jaaaaaaaaa!
Also rein ins Tuktuk und abgedüst quer durch die Wallachei mitten in eine Zimtplantage.
Zwischen den ganzen Zimtbäumchen standen sie, die Palmen. Schon von weiten sah man im Unterholz überall ältere Herren sitzen, die sich wohl schon den ein oder anderen Schluck gegönnt hatten.
Wir hielten an einem Bretterkonstrukt, dass ich jetzt einfach mal als Theke bezeichne, an und Suranga sprang zielstrebig vom Fahrersitz und füllte uns für schlanke 200 Rupies eine 1,5l Flasche voll mit einer milchig weißen Flüssigkeit. Das traditionell gebräuchliche Gefäß ist eine Kokosschale, wie man es bei einigen der Männer auch heute noch beobachten kann.
Natürlich trinkt man das nicht einfach so am Tuktuk, nein, rein ins Unterholz zwischen die Zimtbäume und hoch die Tassen! Wohl auch, weil wir dann nicht ganz so auf dem Präsentierteller sitzen mussten. Man kann sich die ganze Szenerie in etwa so vorstellen, wie den Kiosk am neuen Pferdemarkt an einem lauen Sommerabend, nur ohne Frauen und ohne Nüchterne und eben am Vormittag. Alles was weder Geld noch anderweitige Pflichten hat, gönnt sich hier einen sehr günstigen Vollrausch. Herrlich.
Wir verstecken uns also etwas vor den neugierigen Blicken der Stammkundschaft und setzen uns ein wenig abseits ins Gebüsch. Natürlich schmeckt uns dieses Gesöff vorzüglich, wie hätte es auch anders sein sollen... Etwas milchsauer, wirklich ähnlich wie Sturm mit einem Hauch Sauerkrautsaft.
Eine Flasche zu viert, das ist ja nix!
Suranga, schnell, noch eine!
Hihihi, hahaha, hohoho. So langsam fühlt es sich an wie Weiberfastnacht um 14h. Viel zu hell alles, aber sooooo lustig.
Zwei Flaschen, was soll das eigentlich? Komm, wir nehmen noch eine mit nach Haus! Allseits begeisterte Zustimmung.
Schnell ins Tuktuk und heim tuckern. Gut, dass wir den Weg kennen :-).
Die letzte Flasche haben wir dann auch noch vernichtet und Bier war auch noch mit im Spiel. Und laute Musik. Und gegessen haben wir auch irgendwann mal was...
Durchgschlafen hab ich auf jeden Fall.
Es war dann ja auch nötig.

Weihnachten und andere Krankheiten

Die Feiertage waren bei uns super ruhig, nicht zuletzt weil zuerst ich, dann Chamara ziemlich krank waren. Fieber, Übelkeit, allgemeines Unwohlsein. Wie fühlt sich eigentlich Malaria an? Was war noch mal Dengue-Fieber? Nein! Nix von alledem. Schön auskuriert und danach wieder fit. Gelernt habe ich, dass es auch bei Fieber und 30 Grad Außentemperatur sehr angenehm ist, wenn man mit einem fast kochend heissen Lappen die Stirn gewaschen bekommt. Zuneigung ist ohnehin ein wunderbares Heilmittel.

Gestern haben wir uns zwischen dem ganzen Geschlafe und Geschwitze noch um die Dachpappe für Chamaras Mutter gekümmert. Jetzt ist alles da und der Onkel kann auf's Dach klettern und loslegen. Seine Mutter hat sich sehr gefreut und überhaupt sind alle froh, dass man sich darum jetzt ein Jahr lang keine Sorgen mehr machen muss.

Gestern war eigentlich eine Scootertour geplant, aber das Ding musste leider in die Garage. Macht auch nix, heute geht's dafür los.

Wir haben jetzt entdeckt, dass wir Pfeffer im Garten haben. Der rankt sich da so mir nichts dir nichts die Baumstämme hoch und wartet drauf, von uns geerntet zu werden. Das wird was!

Hundemama werde ich wohl so schnell nicht mehr. I'm most definitely a cat person!

In den nächsten Tagen bekommen wir Besuch, Freunde von Sana und Freunde von mir und so verbringen wir dann gemeinsam Silvester. Wahrscheinlich etwas weniger ruhig :-).

Mehr habe ich nicht zu berichten.

<3
F*

Thursday, 24 December 2015

Sri Lanka Schmankerl 3

Vitamin D:
Vitamin D bekommt man in Sri Lanka nur zwischen 8 und 9:15h von der Sonne. Danach nicht mehr. Ich muss wieder früher aufstehen!

Ameisen:
Es gibt sehr viele verschiedene Arten von Ameisen hier. Und eine kleine schwarze Art, die weder piekst noch beisst. Man sagt hier, dass wenn man von denen viele im Haus hat, hat man Glück!

Nachdenklich stimmendes:
All diese Todesomen. Jetzt ist in der Nacht zum 24.12. der Nachbarsjunge gestorben. 16 oder 17 war er und hatte irgendein "Fieber". Chamara sagt, die Omen haben es ja schon angekündigt. Heute war der kleine schwarz-weisse Vogel wieder da. Nicht mehr allein, sondern zu zweit...

Der Besuch des Gärtners.

Heute war der Gärtner da. Ein etwa mittvierziger Singhalese, mit kurzen Hosen, freiem Oberkörper, kleinem Kugelbauch und einer Machete im Gürtel. Er zuppelt sich so ein Kokosseil aus der Hose, schlingt es um seine Füße und klettert unsere Palmen hoch, um die bald fälligen Kokosnüsse runter zu schlagen. Zuerst die 6 Meter hohe, dann die 15 bis 20 Meter hohe. Rumms, polter, Bumm! Alles zu Boden geknallt und er gleitet langsam wieder runter, zwischendrin umklammert er den Stamm und pausiert für ein paar Sekunden. Unten angekommen wischt er sich lässig lächelnd mit dem Machetenrücken den Schweiss vom Körper.
Nun sind wir wieder sicher vor der Gefahr von oben. :-)

Monday, 21 December 2015

Sri Lanka Schmankerl 2

Kurioses:
Sie häufen sich, die schlechten Omen. Da haben wir doch zum Frühstück so einen hübschen schwarz-weissen Vogel gesehen. Einen!!! Das heisst nix Gutes. Diese speziellen Vögel bringen nämlich Glück, aber nur zu zweit. Pfffff.
Sprachliches:
Der beste Freund in Sri Lanka ist der Amba Yállua, der Mango Freund. Im Gegensatz zu Bananen oder Rambutans oder Trauben kann man eine Mango nämlich nicht alleine essen, deshalb teilt man sie mit seinem besten Freund. Dem Mango Freund :-).
Beschissenes:
Tiere, überall. Wir lieben es! Diese Katze allerdings, die sich ins Haus geschlichen und auf Sanas Bett geschissen hat, die kann uns gerne gestohlen bleiben.
Tolles:
Unser Ulf kann Sitz und Stay und springen auf Kommando und bleibt seit heute auch brav daheim, wenn wir fort gehen. Nachts bellt er nur noch selten. Endlich! Hundemama sein ist ganz schön anstrengend. Aber es wird!

Ein Abend auf dem Rummel.

Etwas seltenes ist passiert. Suranga, ein sehr guter Freund von Chamara, der verheiratet ist, ein tuktuk besitzt und so gut wie gar kein Englisch spricht, kam doch tatsächlich eines abends bei uns vorbei. Unangemeldet. Auf dem Motorrad. Mit seiner Frau!!
Das ist das erste mal, dass wir hier ein Mädel kennen lernen durften. Sonst sind die Männer eher unter sich und zu Frauen hat man als foreigner eher wenig Kontakt, zumindest nicht in der Freizeit.
Da kommt er also an und präsentiert uns stolz seiner Frau und seine Frau uns. Irgendwie ein ziemlicher Vertrauensbeweis. Wir fühlten uns auf jeden Fall sehr geehrt.
Sie waren gerade auf dem Weg zu einem "Musical" beim local Karneval, also zu einem Konzert auf dem Rummel.
Spontan wie wir nun einmal sind, wollten wir also gerne mit. Tuktuk gerufen, hingefahren, umsonst reingekommen, weil ja der eine wen kennt, der wen kennt, oder so.
Hunderte, tausende von locals, zwei drei weisse - und wir. Gut, dass wir immer anständig verpackt das Haus verlassen.
Das Festivalgelände war mit einem riesigen Baldachin aus Lichterketten überspannt, dazwischen ein paar Fahrgeschäfte für die Kinder, Essensstände, eine Bierbude und eine riesige bunte Bühne, auf der sich eine Band nach der anderen ausgetobt hat.
Fahrgeschäft musste sein. Wie früher. Rein in den Flieger, alle drei Mädels zusammen, seatbelt um für die safety und abwechslend hoch und runter gedüst für 5 Minuten. Hach, war das toll. Und bei der Konstruktion ähnlich spannend wie Hamburgs Airwolf. Es war ein Fest.
Schnell auf weiter zur Bühne, ein Bier gekauft und rein ins Getummel.
Da tanzen sie also alle die Jungs, auch ein paar Mädels, aber grösstenteils eben Jungs. Jungs, die sich gegenseitig auf den Arm nehmen, oder auf die Schultern, teilweise sogar stehend, gleichzeitig tanzend, inmitten der Menge. Eine Pyramide wurde gebaut, Salti geschlagen, breakdanceartige Tanzmoves dargeboten und alles in einem Wirrwarr von schwitzigen Menschen. Aber irgendwie geht es sich hier doch immer aus, ob im Strassenverkehr oder auf der Tanzfläche, irgendwie ist immer Platz. Natürlich ist das alles auch eine Art Kräftemessen, das Fachwort ist hier "dance attack", und nicht selten kommt es im Anschluss zu Rangeleien oder gar echten Schlägereien. Zum Glück blieb uns letzteres erspart, wohl auch, weil wir umringt waren von den Freunden und Brüdern und Cousins und Onkeln und sonst irgendwie anverwandter Menschen, die wir natürlich sofort alle getroffen hatten in der Menge. Easy :-P .
Es wurde sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen, dass die fremden Mädchen zur einheimischen Musik tanzen, vor allem Surangas Frau hat sich gefreut über die weibliche Gesellschaft, und so haben wir lachend und krakelend und klatschend teilgenommen an diesem bunten Chaos.
Irgendwann sind wir dann doch müde geworden von all den vielen Eindrücken, und ein zwei neidische Blicke in Richtung der auf dem Boden oder auf Armen schlafenden Kinder konnte ich mir nicht verkneifen. Wie schön, dass es uns allen gleich erging. Also los, tuktuk suchen (der Fahrer war einer der Neffenonkels oder sowas von der Schwägerin der Frau, und war auch mit drinnen), gefunden, Juhuh! Aber so ein Mist, der Lenker ist lose, also Taschenlampe raus und drei Männer schrauben gleichzeitig am Fahrzeug rum ständig diskutierend über die beste Art, dieses Problem zu lösen. Irgendwann war dann also die richtige Schraube wieder festgezurrt und wir wurden gratis heim gebracht und sicher vor der Haustür ausgeladen.
Wieder einmal bin ich also zufrieden in mein Bett gefallen. Gute Nacht.
F*

Saturday, 19 December 2015

Sri Lanka Schmankerl

Dieses Land bietet wirklich einen unerschöpflichen Strom an Amusements. Angefangen beim herrlichen Englisch auf Schildern, Plakaten, als Bildunterschriften oder auf Tuktuks: Hochzeitsfoto vom sitzenden Pärchen mit der Unterschrift "sitting like an Angel" oder der "mix froot juce" in der Bar am Straßeneck.
Mit Chamara lernen wir auch jeden Tag mehr über den Sri Lankanischen Buddhismus mit all seinen unzähligen Weisheiten und Aberglauben. Buddhismus ist also nicht gleich Buddhismus und wird in Sri Lanka teilweise sehr umfangreich und variabel ausgelebt. Neben Tempeln gibt es hier noch Devales (so was wie Schreine) fur alle möglichen anderen Gottheiten. Meist Götter aus dem Hinduismus, aber soweit wir jetzt verstanden haben gibt es 330 Millionen verschiedene Devas, die alle für irgendetwas gut sind. Für Geldsorgen, für die Arbeit, für die Gesundheit, die Fruchtbarkeit oder damit man keine Warze auf der Nase bekommt. Alles hat eine zuständige Kraft dahinter, die auch gepflegt, angebetet und teilweise gefürchtet wird. Es gibt gute und bestrafende Götter, die je nach Berufsstand und Kaste verehrt werden. Die Regeln dazu haben wir allerdings noch nicht verstanden und ich bin mir nicht sicher, ob drei Monate da reichen werden. Ein Buch muss her!
Menschen können wohl auch bestimmte deva powers haben und zum Beispiel den Geist Verstorbener aufnehmen und dessen Verwandten ihre offenen Fragen beantworten. Einmal 7 Tage und einmal 3 Monate nach deren Tod. Die Auntie (so heißen hier alle älteren Frauen) des Dorfes hier, die diese deva power hat, hat letztens zu Chamara gesagt, dass er sie auch hat. Bis jetzt ist aber noch nix Übersinnliches passiert. Schade.
Ich habe schon einiges gelernt: wenn man niesst, muss man darauf achten, ob's durch das rechte oder linke Nasenloch passiert. Danach bekommt man eine Zahl gesagt und zählt dementsprechend viele Buchstaben des Alphabets ab. Wenn durch das rechte Nasenloch genießt wurde, redet ein Mensch mit diesem Anfangsbuchstaben gerade gut, niesst man durchs linke redet er schlecht über Dich.
Das alltägliche Leben der Singhalesen ist begleitet von etlichen dieser kleinen Aberglauben. Gestern abend hat Chamara uns erklärt, dass es nur wenige Vögel hier gibt, die auch nachts singen. Einer davon ist die Eule. Wenn man nun eine Eule hört, die hier wohl wirklich selten Töne von sich gibt, ist das ein schlechtes Omen. Innerhalb der nächsten Tage soll dann eine ältere Person im Haus sterben, oder eine kranke. Eine Stunde später haben wir sie dann schreien gehört, die Eule. Hm. Ich bin die Älteste im Haus.
Auch beim Essen gibt es einiges zu beachten.
Manchmal wachsen die Bananen in Pärchen, also so siamesischen zusammen, dann sollten junge Frauen und Mädchen sie bloß nicht essen, es sei denn sie wollen unbedingt Zwillinge bekommen. Ältere Frauen können sie hingegen unbesorgt geniessen. Sana hat erstmal ein Paar verdrückt, was wohl irgendwann ein Nachspiel haben wird. Noch ist allerdings nix zu sehen :-P .
Kulinarisch muss ich nun auch noch etwas hinzufügen. Wir haben uns heute ein Garlic Curry bestellt, und ich bin mir nicht ganz sicher, was wir erwartet haben, aber es hat unsere kühnsten Träume übertroffen. Da
waren doch wirklich halbe Knoblauchzehen drin. Als fast einzige Einlage. Eine Portion waren ca. zwei Knollen. Sie wissen schon, was gut ist, diese Jungs hier :-) .
Das war's nun auch schon für heute unter der Rubrik Sri Lanka Schmankerl. Ich schätze dazu wird es in den nächsten Wochen noch einiges mehr geben. Ich freu mich schon drauf. Jetzt ab ins Meer und Salz auf der Haut spüren.

Liebe!

F*

Thursday, 17 December 2015

Die Familie

Nun leben wir hier also zu viert in unserem wunderschönen Haus. Sana, ich, Chamara und unser Findelkind Ulf. Ulf ist in etwa 6 Monate alt und ein zuckersüßer kleiner Strassenköter, der uns nicht mehr von der Seite weicht. Gestern mussten wir mal zum Tierarzt mit ihm und auch im Tuktuk lässt er sich problemlos mitnehmen. Er ist entwurmt und entlaust und im allgemeinen ein sehr fröhliches kleines Kerlchen.
Unser Zuhause ist ein ganz wunderbarer Ort. Mitten im Grünen umringt von Dschungel. Einigen wäre es sicher etwas zu spartanischen, aber wir fühlen uns wohl. Genau die richtige Mischung aus ranzig und schön. Die Ameisen in der Küche könnten gerne zu den Nachbarn ziehen, und dass es bei stärkerem Regen etwas rein regnet müsste auch nicht unbedingt sein. Aber wir haben eine Menge  Platz, eine tolle Terrasse mit Garten und eben uns, das ist schon mehr als genug.
Vor zwei Tagen waren wir bei Chamaras Mutter zum Essen eingeladen. Wie immer haben wir alleine gegessen. Das ist hier so. Die Frauen essen später und meist nicht mit den Gästen zusammen. Das Essen war grandios! Danach haben wir und noch gemeinsam die Hochzeitsfotos der Schwester und die Beerdigungsfotos des Vaters angeschaut. Aber vor allem ist uns aufgefallen, dass bei Chamaras Familie wirklich kein Rupie übrig ist.
Sie wohnen dort zu dritt bzw. viert oder fünft. Chamaras Mutter, seine unverheiratete Schwester, normalerweise Chamara und momentan noch eine der verheirateten Schwestern mit ihrem 2 jährigen Sohn. Insgesamt hat er drei Schwestern von denen eben 2 verheiratet sind. Das Haus hat weder Strom noch Gas noch Telefon oder sonstigen "Luxus". Wasser zieht man sich hinterm Haus am Einer aus dem Brunnen hoch. Der Platz davor dient gleichzeitig auch als Dusche. Das Haus selbst ist ein ziemlich baufälliges Konstrukt mit zwei Zimmern und einer aus Wellblechpappe angebauten "Küche" (mini klein, reicht nur zum kochen), in der über dem Feuer gekocht wird. Es gibt ein Bett. Es steht im kleineren Zimmer, das gleichzeitig auch noch Aufbewahrungsort für die wenigen Küchenutensilien ist.
Das Dach ist so undicht, dass bei jedem Regen alles nass wird und überhaupt ist das Haus in keinem guten Zustand. Allerdings ist die Miete mit 400 Rupies pro Monat für die Familie erschwinglich.
Wir haben uns auf jeden Fall gedacht, dass die Regensituation so nicht hinnehmbar ist und so bin ich gestern mit Chamara los gezogen und wir haben 10 Rollen Dachpappe gekauft, um das Haus zumindest für's nächste Jahr trocken zu halten. Ein perfektes Weihnachtsgeschenk und Sana hat auch was dazu geschmissen :-) . Seine Mutter ist auf jeden Fall überglücklich und sehr dankbar. Das wird uns wahrscheinlich auch noch die ein oder andere Einladung bescheren. Morgen kommt schon der "Onkel", der sich damit auskennt und beginnt damit, das Dach zu fixen. Natürlich gab es auch nicht alle 10 Rollen vorrätig, mit dem nächsten LKW kommt dann der Rest. Aber es ist alles angeleiert und wurde in nur einem Tag organisiert, das ist schon ganz schön beachtlich!
Ich habe jetzt ein paar Tage so vor mich hin gekränkelt und viel geschlafen und herrliche ayurvedische Tees fur die Gesundheit eingeflößt bekommen. Man kauft hier einfach am nächsten Eck ein Tütchen mit Stöcken, Blüten, Erde?!? und anderem undefinierbarem Kraut, kocht das ganze auf und  würgt es dann runter. Ich fühle mich heute auf jeden Fall schon besser und ganz davon abgesehen ist es einfach schön, wenn sich um einen gekümmert wird.
Wir kochen sehr viel geilen Scheiss hier. Obst und Gemüse kann hier einfach teilweise so viel mehr als in Europa.
Gestern gab es zum ersten mal Fischzeugs in Form feinster fangfrischer Garnelen im sau scharfen Curry. WTF! Ein absoluter Traum. Dazu gab's gebratene Bohnen und Reis. Insgesamt waren fast drei Knollen Knoblauch und 2 Hände Chillies an einer Portion für drei Personen. Wie gut, dass ich nicht die einzige Knoblauch- und Chillie-Süchtige bin.
Sana ist heute nach Colombo und Chamara ist auch unterwegs. Das heisst Ulf und ich haben den Morgen gemeinsam hier unsere Ruhe und
wir geniessen es in vollen Zügen.
Morgen wollen wir endlich mal ein Familienfoto schießen.
Liebe!
F*
Fotos wollen mit der scheiss APP einfach nicht veröffentlicht werden. Ich arbeite dran...

Sunday, 13 December 2015

Ankunft

Wie auch schon beim letzten mal wurde ich unglaublich herzlich begrüßt in diesem Land. Lächelnd und respektvoll und heiss und schwül. Schon ein Unterschied zum Wiener Winter.

Ich wurde wirklich mit dem tuktuk vom Flughafen abgeholt von Chamara und einem seiner Freunde. Nach 2 Flügen und ohne Schlaf bin ich dann also noch 4,5 Std im Tuktuk an der Küste Richtung Süden entlang gefahren worden. Wunderschön, aber auch ganz schön anstrengend. Mein Hintern war auf jeden Fall ziemlich Platz gesessen.

Gegen Mittag sind wir dann zu Hause angekommen. Wir wohnen im Paradies. Riesen Haus mit zwei Zimmern, Küche, Bad, Terrasse und Garten. Vögel ohne Ende, Katzen, Hunde, Schlangen, Varane, Raupen, Tausendfüßler und Kakerlaken inklusive. Aber alles freundlich und unaufdringlich (bis auf die Hunde und Katzen). Viel haben wir gestern auch nicht gemacht, ausser gequatscht und gegessen und zwei Bier getrunken, die mich dann so ausgeknockt haben, dass ich von 9 bis heut in der Früh um 10 geschlafen hab. Bumm!

Jetzt liegen wir unter Palmwedeln am Strand, haben schon den Handleser des Dorfes kennen gelernt (wird in den nächsten Tagen dann gemacht :-P ) und geniessen den strahlend blauen Himmel und das türkisfarbene Meer.
45 Minuten den Strand runter soll es Meeresschildkröten geben. Wahnsinn. Bin schon sehr gespannt :-) .
Fotos folgen hoffentlich, habe die Hardware ausgebaut und es sollte jetzt möglich sein!
Liebe!

Monday, 28 September 2015

Goodbyes.

Ein Bisschen weh tun sie ja immer die Abschiede. Zum Glück. Da weiss ich dann, dass es gut war und nicht zu lange und ich mal wieder das grosse Glück hatte, ein neues Fleckchen Erde kennen zu lernen.
Sri Lanka, dieses wunderbar wilde Land.
Gestern wurde mir noch eine ganze Elefantenherde präsentiert. Einfach so. Am Rande des Nationalparks, nur ein paar Steinwürfe von mir entfernt. Mit Jungen und Alten, zwischen Dschungelaffen und Wasserbüffeln und Pfauen.
Noch zwei Tage hab ich, dann geht es wieder heim. Gespaltene Gefühle, so wie immer.
Aber dankbar bin ich.
Für's Reisenlieben, für's Reisenleben, für meine wunderbartolle Reisebegleitung, für all meine Reisebekanntschaften und neuen Reisefreundschaften. Ich komme wieder!
Macht's gut!
Bis bald.
<3

Wednesday, 23 September 2015

Beach Jungle Beach Dancing

Oh ja, es ist wie es ist. Sana und Fam bleiben Ihrer Geschichte treu und verbringen die Wochen an den fastoffseasonpartybeaches.
Diesmal allerdings gekoppelt an eine beachbar, wo wir die Küche mitbenutzen dürfen und teilweise auch bissel "mitarbeiten". Also wie daheim eigentlich :-D . Nur die Musik ist schlechter. Bin wahrlich kein deephousefan, aber wie auch schon in Goa, man gewöhnt sich an alles und lernt auch einiges lieben.
Wir nehmen super viele Rezepte mit und haben Bananenblüten gekocht und Kurbiscurry, das uns fast das Maul verbrannt hat, so scharf war es. Das muss erst mal einer schaffen :-P .
Außerdem habe ich mittlerweile schon einen kleinen Singhala Wortschatz auf den ich sehr stolz bin. Super Sprache!
Ansonsten war es eher ruhig und ich hab viel gelesen, das war super.
Nach ca. 10 Tagen Strandfaulheit auf meiner Seite, wollte ich dann aber mal wieder was spannendes unternehmen, also bin ich heute mit einem der local Jungs (Chamara) aus der Bar mit dem Scooter auf Safari gefahren.
So was hab ich wahrlich noch nicht gesehen. Wir sind am Rande des Nationalparks auf Trampelpfaden durch die Wildnis gefahren. Wilde Affen, Elefanten, Krokodile fast zum greifen nah. Und dazu hunderte, vielleicht tausende Vogelarten, die um uns herum oder vor uns weg geflogen sind. Echsen in allen Größen, Formen und Farben, Libellen, Termitenhügel, Schmetterlinge, Mangobäume, Palmen, Grünzeugs aller Art. Bunt und zauberhaft.
Ich bin wahnsinnig begeistert von der Artenvielfalt und auch schon ein wenig wehmütig, bald wieder fahren zu müssen.
Vor ein paar Tagen waren wir zum barbecue an einem abgelegenen Strand und haben Kartoffeln aus dem Feuer gegessen mit 4 Jungs aus Deutschland und der Schweiz. Unser Tuktuk hat uns dann spät abgeholt mit einem zweiten Fahrer drin, weil wir durch Elefanten Gebiet mussten. Die haben wir dann auch gesehen. Rennend. Also das war zu gleichermaßen beängstigend und magisch. Hier sind diese Tiere wirklich noch frei. Das ist so unfassbar schön.
Morgen ist Feiertag und unser Abenteuertuktukfahrer hat uns zum lunch zu seiner Familie eingeladen. Da freu ich mich auch schon drauf.
Ihr fühlt Euch bitte alle feste gedrückt und ich trunk jetzt ein Bier auf meinen allerliebsten Xtopher, der nun schon unglaublich alt ist!
Liebe.

Tuesday, 15 September 2015

Ella und Arugam Bay

Unser letzter Tag in Ella war wirklich traumhaft. Sanka und Sanjeewa haben uns mit den Scootern auf eine unglaubliche Tour durch Dschungel, zu Wasserfällen, über Berge mit Ausblick über das ganze Land und zu super leckerem local Essen mitgenommen. Fast hundert Kilometer durch's Gebirge. Ein Traum.
Dennoch haben wir uns schon so auf's Meer gefreut und sind jetzt seit 4 Tagen in Arugam Bay.
Surfer Spot und Party Hochburg.
Natürlich gibt es wie immer an solchen Orten nicht so viel zu erzählen, weil die Tage nicht mehr so voller neuer Eindrücke sind, aber ich muss wirklich sagen, der Strand ist toll, das Wasser warm und die Wellen sind nicht zu stark.
Einmal am Tag regnet es, was bedeutet, daß wir nachts gut schlafen. Wir sind an der Ostküste, deshalb gibt es leider keinen Sonnenuntergang über'm Meer, dafür aber den Sonnenaufgang. Heute morgen, nach einer durchtanzten Nacht, sind Sana und ich buchstäblich in selbigen hinein geschwommen. Um uns herum sind Fische durch die Wellen gesprungen und es gab nur ein paar rosarote Wolken über uns. Ein saugeiles und schon fast schmerzhaft malerisches Erlebnis.
Unsere Tage hier werden mit Schwimmen, Lesen und Essen verbracht und abends gibt's erst live Musik und dann so einen grauenhaften Mix unterirdischsten Pophousegrottentechnos an den wir uns jetzt schon gewöhnt haben und auch wie die Bescheuerten tanzen.
In unserem kleinen Bungalow Dorf haben wir mal wieder super Menschen erwischt. Sascha, ein 35jähriger französisch schweizerischer Snowboard Lehrer, der den ganzen Tag auf dem Wasser ist und nur mit Handgepäck und einer Gitarre reist. Simon, ein deutschsprechender australischer Althippie, ebenfalls mit Gitarre unterwegs und mittlerweile schon seit 18 Monaten auf Reisen. Und  natürlich eine ganze Meng Locals, die sich herrlich um uns bemühen und zudem auch sehr lustig sind. Wir sind also wieder top aufgehoben und lassen es uns an nix fehlen.
Wir haben jetzt übrigens die 5. Sorte Chillies probiert. Alles geil! Bakterien haben bei unserem Knoblauch und Chillie Verbrauch null Chance und mit einer Coconut unter der Palme sitzend, kann ich wirklich nur sagen: Danke, dass ich das erleben kann.
Macht es alle gut und fühlt Euch geherzt aus der paradiesischen Ferne.
<3, F*

Wednesday, 9 September 2015

Ella

Wenn man Sri Lanka besucht, sollte man definitiv die Zugfahrt von Kandy nach Ella machen. 6 Stunden lang Postkartenmotive der aller feinsten Sorte. Ob nun die Teeplantagen, die Schluchten, die Berge, die Wasserfälle, die Reisfelder, der Dschungel, die Dörfer, die Gemüsebeete, die Hütten oder die liebevoll gestalteten Blumengärten. Alles, wirklich alles ist atemberaubend schön.
Am Bahnhof wurden wir dann quasi sofort von einem jungen Singhalesen mit Dreadlocks (Sanka heisst er) angesprochen, der sich nach einigem hin und her doch auf Sanas hartes Handeln eingelassen hat und uns in seinem Tuktuk mitgenommen hat. Allerdings nicht direkt zum Zimmer, sondern erst zur Familie, wo er noch mit Mutter und Schwester diskutieren musste über unseren Preis. Im Endeffekt haben dann alle zugestimmt und wurde wurden durch das Minidorf gefahren, hoch auf den Berg, direkt in den Dschungel zu einem solch wunderschönen Zimmer, dass wir fast ein schlechtes Gewissen hatten, dass wir so arg gehandelt hatten.
Wir haben ein Himmelbett, saubere Decken, je zwei frisch bezogene Kissen und ein Bad mit heissem Wasser. Vom Zimmer öffnet man zwei Flügeltüren zur Terrasse mit Tisch und Stühlen und einem Ausblick auf Ella Rock und little Adam's Peak, sowie Bergen und Tälern in der Ferne. Absolut traumhaft. Der Name "Angel View" ist auf jeden Fall auch Programm hier.
Abends hören wir den Mönchen bei ihren Meditationsgesangen zu, morgens werden wir vom Hahn wach gekräht und Unterhaupt piepst und tschirpt und lebt hier alles um uns herum. Inklusive der 3 Haushunde, des unglaublich aufdringlichen Katers, und der drei Hühner, die immer in unser Zimmer wollen.
Überall wachsen Bananen, Jackfruit, Granatäpfel, Papayas, Mangos, Chillies und alles was das Herz nur so begehrt.
Die Familie hat uns fast schon schmerzhaft herzlich aufgenommen. Und das auch noch, obwohl der Großvater im Sterben lag (vorgestern ist er dann gestorben). Alles ist hier ein wenig im Ausnahmezustand, aber gleichzeitig unheimlich herzlich und lieb.
Die Familie trauert mit dem ganzen Dorf gemeinsam, neun eigentlich mit der ganzen Region gemeinsam, da der Opa ein sehr bekannter und beliebter Mann war. Seit drei Tagen ist er nun daheim aufgebahrt und die Familie empfängt hunderte von Trauergästen. Gestern auch uns.
Das war ganz schön komisch so einen aufgebahrten Töten da liegen zu sehen, aber irgendwie auch sehr friedlich und ruhevoll, wie er da so lag, ganz in weiss gekleidet, auf einem weissen Himmelbett, umgeben von Kissen und zwei Elefanten Stoßzähnen (Attrappen) mit schönem Licht. Hatte irgendwie was.
Die Familie hat sich unheimlich gefreut, dass wir da waren und uns gleich noch zum Abendessen eingeladen. Hammer Buffet mit verschiedensten Curries auf riesen Tellern und ohne Besteck! Herrlich.
Spannend war hier, dass alle Männer unglaublich betrunken waren und alle Leute, auch die Frauen, sehr viel gelacht haben.
Allgemein wird in diesem Land sehr viel gelacht, das ist toll.
Zwischen all der Trauer und den speziellen Umständen hier haben wir aber auch ein paar Dinge angesehen. Eine Teefabrik, einen Wasserfall, sind hoch zu Little Adam's Peak und mit Sanka und seinen Freunden im Tuktuk durch die Gegend gefahren. Die haben uns auch ganz zuckersüss in Ihren Freundeskreis aufgenommen. Zuckersüss sind sie eh, denn obwohl  sie schon Anfang zwanzig sind, wirken sie oft eher wie verspielte Teenager. Hat schon was.
Heute ist nun die wirkliche Beerdigung, wo wir aber nicht mit gehen werden. Statt dessen ist Sana auf den Ella Rock gestiegen und ich habe, da mir leider mein Fuss doch etwas weh tut, zu Hause aufgeräumt, Waschen gewaschen und mich mal wieder dem Blog gewidmet. Auch schön.
Morgen wird dann unsere sechste und letzte Nacht in Ella sein und dann verlassen wir die Berge in Richtung Strand.
Uns geht es also super gut und wir laufen mit offen Augen und teilweise auch offenen Mündern weiter durch dieses tolle Land.
Alles Liebe und bis bald.
F*

PS: Fotos sind leider auf dieser Reise nur bedingt möglich. Ich reiche aber alles nach.

Thursday, 3 September 2015

Mawanella und Kandy

Am Dienstag hieß es "Good bye Negombo!" und zum Abschied haben wir unsere guesthousemama noch zum Kaffee eingeladen. Bei Ihr daheim wurde ich erstmals in einen Sari gesteckt, sehr schick. Im Café wurde dann noch wild diskutiert über Gott und Jesus und Glauben (sie ist Christin) und gleichgeschlechtliche Ehe und zum Schluss konnten wir sie dann doch besänftigen und Ihr ein wenig die Angst nehmen, dass wir vielleicht in die Hölle kommen.
Dann schnell gepackt und auf in den local bus Richtung Kandy ins Landesinnere. Das ganze war relativ komfortabel, ziemlich schnell und mit ca 1 Euro pro Person unschlagbar günstig. Jetzt sind wir in Mawanella, ca 20 km vor Kandy, einem absolut untouristischen Örtchen bei Rosh, einem ayurvedischen Arzt untergekommen. Den hatten wir uns schon vorhierüber's Couch surfen rausgesucht. Während er uns hier umsonst in seinem Zimmer wohnen lässt, schläft er im Haus seiner Großmutter. Am abend waren wir gemeinsam essen. Unsere ersten egghoppers mit geilster Chili sauce und gravy und kotthu parota, geschnittener parota mit Gemüse gebraten. Super Lecker und in einem wunderbaren einheimischen Hotel (also Restaurant).
Tag 2 war hier verplant, Rosh hat uns eine Karte mit den Sehenswürdigkeiten des Dorfes gezeichnet, tausende von Flughunden verteilt auf drei bestimmte Bäume am Fluss, Hindu- und buddhistische Tempel und Lassi im Oregano Restaurant. Eher überschaubar, aber wunderschön. Im Dorf haben wir uns dann noch einen Regen- bzw. Sonnenschirm gekauft, der hier wirklich von jedem genutzt wird, was uns allerdings zum absoluten Stadtgespräch gemacht hat, denn Touristen sind hier eh schon selten und dann rennen die auch noch mit Schirm rum. Hat auf jeden Fall schon jetzt für viel Gelächter gesorgt.
Und meinen Kurtastoff haben wir beim ladiestailor abgegeben, für Rs. 450 schneidert sie mir ihn zurecht, das sind ca. 3 Euro.
Am Nachmittag sind wir dann mit Rosh zu seiner Elefantenauffangstation gefahren, wo wir eine 30jahrige Elefantendame füttern und im Fluss waschen durften, das war ganz schön beeindruckend. Wahnsinns Tiere sind das! Diese warme dicke, borstige Haut und dieser riesige Rüssel, der so unheimlich filigrane Bewegungen macht. Enorm gross und doch ganz zart irgendwie. Zwei Männchen haben wir auch gesehen, einer mit tollen Stoßzähnen. Auf dem Weg ist auch der "König der Elefanten", der zum Festival in Kandy den Zahn Buddhas herum trägt an uns vorbei marschiert. Der war größer als ein Bus! (Der Zahn Buddhas liegt normalerweise sicher im Tempel in Kandy, da waren wir dann gestern.)
Am Abend hat Rosh uns dann noch durch seinen ayurvedischen Kräutergarten geführt und vieles über die Wirkungen der Pflanzen erzählt. Weicht gar nicht soviel von der europäischen Heilkunde ab und war total toll, die Pflanzen mal in Ihrer natürlichen Heimat zu sehen. In der anliegenden Apotheke habe ich dann noch reines Vanille Extrakt gekauft, das ist das intensivste, was ich je an Vanille gerochen hab. Es ist wohl so, dass die Schoten, die verkauft werden vorher schon benutzt werden, um das Extrakt zu gewinnen, also eigentlich nur die Reste und somit weitaus weniger aromatisch sind. Ein Tropfen reicht für einen Kuchen :-), Zojá wird sich freuen.
Unser Ausflug nach Kandy gestern war etwas chaotisch. Bus 1 zusammengebrochen, Bus 2 überfüllt, Kandy viel geschäftiger als gedacht, Platzregen und etwas planlos. Zum Glück haben wir dann aber doch noch die 1000 Rupees für den Temple of the Buddha's tooth bezahlt und uns diese super schöne und unglaublich saubere Tempelanlage angesehen. Ansonsten waren wir wie immer auf dem Markt und haben jetzt 4 verschiedene Sorten frischer chilliesssss, die heute im Frühstück mal getestet werden. Ich glaube eine schärfer als die andere :-) .
Gleich gehen wir noch meine Kurta abholen und dann verabschieden wir uns von Mawanella.

Wir nehmen heute wieder den Bus nach Kandy und fahren dann morgen früh mit dem Zug nach Ella. Das wurde uns jetzt so oft empfohlen, das müssen wir einfach machen!

Noch etwas sehr positives: das essen auf der Strasse wird hier in Zeitungspapier, oder noch schöner, in beschrifteten Schulblockseiten serviert. Habe schon einige Mathehausaufgaben gesammelt. Und die Teller werden zum Glück auch nicht mehr mit Plastikfolien überzogen. Ich hoffe, das bleibt so :-).

Ayubowan my friends!
Love from Sri Lanka.
F*

PS: Fotos momentan nur auf fb...

Monday, 31 August 2015

Sri Lanka, Negombo, Colombo

Wenn man ankommt in einem fremden Land und bei der Passkontrolle von einem lächelnden Mann mit den Worten:"Good morning beautiful Lady, welcome to Sri Lanka!" empfangen wird, dann könnte man doch glatt den Eindruck gewinnen auch willkommen zu sein.
Und so fühlt es sich ehrlich gesagt auch an. Die Menschen sind sehr offen und freundlich und, so wie es aussieht auch sehr ehrlich. Im Gegensatz zu Indien wird hier ein "No taxi, thank you. Just walking." mit einem"OK!" oder gar "Have a nice day." erwidert. Eine sehr lustige und schöne Art. Und die Preise sind auch oft fair wie es scheint.
Nun aber mal von Vorne:
Nach einem etwa turbulenten Flug mit Zwischenstop in Dubai ( 23:30 39°C!!!) bin ich am Samstag morgen verschwitzt aber glücklich in Colombo gelandet und die wundervolle Sana hat mich abgeholt. Die obligatorische Traube von Tuktukfahrern am Flughafen Ausgang war schnell zu besänftigen mit den Worten: "We have a taxi waiting." und so konnten wir unbehelligt zum tuktuk weiter marschieren. Welch verrückte Welt, ein Land, wo Dir die Leute zuhören und Deine Antworten auch akzeptieren. Ein Wahnsinn :-D .
Wir haben ein Zimmer in Negombo, eigentlich nur ein Durchreise Ort für erschreckend viele Pauschal- und Party Touristen in Miniröcken und ohne Benimm, bei einer super netten Familie mit free wifi.
Strandspaziergänge (mit viel Müll), nette Gespräche, scharfes Essen, das erste Rezept, frische Avocados vom Markt mit Koriander, Knoblauch, Zitrone, chilliesssss, Zwiebeln und Tomaten, Kokosnüsse aus der Schale und ein wunderschöner Sonnenuntergang waren so die ersten Eindrücke. Gestern mussten wir dann zur Immigration office, um unsere Visa zu verlängern, was einen Tagesausflug nach Colombo bedeutete.
Natürlich waren wir Stunden dort in der office, aber irgendwie war es auch super nett. Lustige Leute und noch lustigere Gespräche. Im allgemeinen sind die Menschen hier wirklich sehr herzlich, offen neugierig und auch als Erwachsene genauso wunderbar verspielt wie die Inder. Die meisten Leute lachen hier mit, wenn man lächelt und freuen sich über ein paar gewechselte Worte, lassen Dich dann aber auch schnell in Ruhe und selbst die Strandverkäufer belagern Dich nicht mit Ihrem Kram, sondern spazieren ohne Diskussion weiter. Not a single person wanted me to "Come into my shop!" so far at least.
Heute geht es nun weiter nach Kandy bzw. einem kleinen Vorort, wo wir bei einem ayurvedischen Arzt Couch surfen werden. Eigenes Zimmer mit Bad heißt es, und das alles für umme. Wir sind sehr gespannt.
Jetzt muss nur noch unsere Wäsche trocknen und dann steigen wir in den local bus, um langsam geschüttelt im nächsten Ort anzukommen. Da ist es dann wahrscheinlich etwas kühler, es liegt in den Bergen :-).
Im allgemeinen scheint Sri Lanka etwas moderner als Indien, die Frauen sind teils fast westlich gekleidet, man sieht junge Paare händchenhaltend auf der Strasse, die Menschen sind interessiert, aber nicht aufdringlich und es ist bei weitem nicht so patriarchaisch. Zumindest was wir bis dato so mitbekommen haben.
Sana wird mit ihren bindis hier oft als Indian girl angesprochen und ich habe die letzten zwei Tage ein Tuch um den Kopf getragen und wurde gleich für eine Muslima gehalten :-D . So schnell geht das mit dem Konvertieren.
A propos Religion. Trotz eindeutig  präsentem Buddhismus gibt es hier viele Christen, und wie auch schon in Indien zeigt der sich hier bunt, laut und pompös mit Schreinen an den Straßenecken und riesigen farbenfrohen Jesusstatuen und Mariafiguren.
Gehupt wird hier auch. Viel und laut.
Scharf ist es auch. Aber kann ruhig noch schärfer :-) .
Gekauft hab ich mir auch schon was, nämlich einen Stoff für eine Kurta, die wird mir dann morgen hoffentlich gefittet und dann hab ich endlich auch ein adäquates und gemütliches Reiseoutfit.

Noch ein paar kritische Worte.
Plastik. Plastik. Überall! Hier werden die Teller im Restaurant mit Plastikfolien überzogen!!! Teilweise wird der Scheiss dann abends hinter der Hütte verbrannt, aber vieles wird eben auch gerne ins Meer oder an die nächste Straßenecke geschüttet, wo es dann erst von hunderten von Raben und ein paar Katzen auseinander genommen wird und dann von den Wellen eingesammelt wird (oder eben liegen bleibt). Traurig, wie immer. Dafür ist Nestlé hier wieder mal sehr gross und tut bestimmt viel Gutes :'( .

Noch etwas positives zum Abschluss: mir gefällt es hier sehr und es geht uns beiden super gut. Gestern abend haben wir das gefühlt leckerste Bier unseres Lebens getrunken (mal wieder). Und wir freuen uns schon sehr auf das Eintauchen in dieses spannende Land. Wir erleben beide, dass man hier nicht so abweisend sein muss, um auch mal in Frieden gelassen zu werden und erleben die Menschen hier als gastfreundlich und hilfsbereit, die uns ohne Hintergedanken zum nächsten Bus, oder dem Stoffladen ihres Vertrauens begleiten.

Fotos gibt's beim nächsten Mal.

Nun ist's aber gut, wir packen!

Liebe und Luft aus Negombo!

F*