Monday, 29 February 2016

Back to where it all began...

Arugam bay.

Offseason.

Alles ist grün, überall Wasser. Und wo Wasser ist, sind auch Krokodile. Und Vögel. Und Schildkröten, Elefanten, Affen, Büffelherden und Schmetterlinge. Die braunen Steppen vom letzten Jahr sind weite Lagunen mit Seerosen und Schilf. Oder Reisfelder, die jetzt kurz vor der Ernte stehen.
Es ist ruhiger, nur das Meer ist wild. Der Strand ist schmuddelig von den stürmischen Wogen, die den Müll etwas verteilen. Wird wohl erst in ein paar Wochen wieder gesäubert.
Wir haben ein wunderbares Zimmer im gleichen Bungalowkomplex wie vorher und fühlen uns ein Bisschen wie zu Hause. Die hiesigen Strandhunde haben uns auch wiedererkannt und sich vor allem über Chamara, der sie doch auch öfters gefüttert hat, sehr gefreut. Ausser uns ist keiner hier und wir haben das Zimmer auch nur bekommen, weil Chamara mit dem neuen Vermieter gut kann. Heisst also, wir haben das ganze Ding für uns und geniessen es, morgens auf unserer Terrasse frisches Obst und Gemüse zu frühstücken. Nur Kaffee könnte es geben, ansonsten alles perfekt.

Der Weg von Kataragama führte am Rande des Yala National Parks entlang, was uns zu ein paar sehr speziellen Erlebnissen verholfen hat. Morgens direkt eine Herde wilder Rehe, ein Fuchs, der uns ganz frech angegrinst hat, Wildschweine mit Frischlingen und die Krönung: zwei Elefanten, die die rechte Fahrbahnseite wohl als angenehmen Ort empfanden, um sich selbst im Schatten einiger Palmen mit Ästen kühle Luft zuzufechern. Ganz langsam sind wir an ihnen vorbei gefahren und wenn ich die Hand ausgestreckt hätte, dann hätte ich sie berührt. Das hat mich wiederum berührt.

Obiges hatte ich vorgestern schon geschrieben.
Heute sind zwei Zimmer zusätzlich belegt worden und Chamara und ich haben in der Früh mal ein Bisschen aufgeräumt und Müll weg gesammelt. Jetzt sieht es zumindest an "unserem" Strandabschnitt wieder hübsch aus und die Bar ist auch schick und gut in Schuss. Chamara ist total aufgegangen darin, endlich mal wieder zu "arbeiten" und ich hoffe, er bekommt diese Saison wieder einen Job hier. Das wird sich allerdings erst in einer Weile klären. Dann bin ich schon weg.

Morgen früh fahren wir zurück nach Hikkaduwa, um noch ein paar Tage dort zu haben und nicht sofort wieder aufbrechen zu müssen. Na ja, geht dann trotzdem immer schnell.

Uns geht es auf jeden Fall sehr gut, trotz der ganzen Emotionen, die sich so langsam einschleichen, wenn die Gewissheit immer größer wird, dass die drei Monate jetzt wirklich um sind. Verrückt, wie relativ die Zeit doch ist.

<3, F*

Kataragama

Ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll...
Die letzten zwei Tage in Kataragama waren so prall gefüllt mit buddhistischen Erlebnissen.

Morgens sind wir los, haben in Galle gefrühstückt und sind nach diversen Stops an schönen Tempeln abends um halb 6 in Kataragama angekommen.
Zwischendurch schon arge Geldsorgen verspürt, die dann aber in Wohlgefallen vergangen sind, als der Singhalese ein Zimmer für 1000 Rupees die Nacht aufgetan hat. Hatte schon schönere, aber auch schon viel schlimmere und die Familie dort war sehr nett und zuvorkommend.
Dann schnell den Reisestaub abgeduscht und fertig gemacht.
Chamara geniesst es, dass er mal alles planen und organisieren kann und für mich ist es auch total schön.
Also rein ins weisse Gewand, das man für den Tempelbesuch dabei haben sollte und los marschiert in den holy district.
Die Nacht war dunkel und es wehte ein kühler Wind.
Schon auf dem Weg trafen wir überall weissgekleidete Pilgerer, die Obstplatten, Wasserlilien und andere Opfergaben mit sich trugen. Die Luft roch nach Zimt und hoppers und Incense, die Stände außerhalb der Tempelanlage spielten laute Musik und die Verkäufer riefen uns zu, dass wir doch bloß bei Ihnen den besten Krimskrams bekommen.

Über die Brücke mussten wir, unter uns der Bach, der selbst in der Dunkelheit noch schmutzigen Reisenden zu einem erfrischenden Bad verhalf, da man auf keinen Fall schmutzig zum Tempel geht.

Einen langen sandigen Weg entlang vorbei an weiteren Verkäufern und inmitten einer langen Prozession von weissgewandigen dunkelhäutigen Menschen, zwei weisse Gesichter werde ich in den nächsten zwei Tagen sehen, ansonsten bin ich die einzige. Wir haben definitiv nicht das Westtouri Programm absolviert.
Am Ende des Sandweges stellten wir unsere Schuhe ab und tauchten ein ins Geschehen. Im Baum sassen Hühner und schliefen, die Tempel Mauer war bestückt mit tausenden kleiner Elefanten, über denen Pfauen auf Cobras stehen. Der Geruch von Jasmin und Kokosöl gesellt sich zu den anderen dazu und mein erstes Bild des Innenhofes ist das von extatisch tanzenden Menschen, mit Pfauenfedern, die in einem Bogen eingespannt sind. Eine Frau schreit auf und fällt zu Boden, wälzt sich hin und her und die anderen Tänzer tanzen wild um sie herum. Der Geist ist in sie gefahren. Ein Mann liegt ein Stück entfernt von ihr auf dem Bauch im Sand und hat einen riesigen Stein auf dem Rücken. Selbstkasteiung quasi, ein selbstauferlegtes punishment, um die Götter gütig zu stimmen.
Gedränge um den Eingang zu einem der Gebäude. Die Menschen strecken die Hand aus und bekommen eine Kelle Jasminwasser eingeschenkt, Chamara hat eine der Blüten abbekommen, das ist was ganz Besonderes. Er trinkt und gibt mir einen Schluck ab. Jetzt riecht es also auch von Innen nach Jasmin. Die Türen zu diesem Häuschen gehen auf und die Menschen strömen ein in einer langsamen Prozession vorbei an Kataragama, der vielgesichtigen Göttin. Rupees werden auf der einen Seite gespendet, Obstplatten auf der anderen. Am Ausgang wartet ein Mönch, der uns einen Löffel heissen, Zimtundzuckerreis mit Nüssen und Rosinen in die Hand gibt. Köstlich und irgendwie magisch. Alles geht so schnell und irgendwie liegt in allem doch eine tiefe Ruhe.
Wieder eine Frau, die plötzlich zusammenzuckt, aufschreit, zu Boden knallt, sich wälzt und nach einer Weile einfach reglos liegen bleibt. Ihre Freundin sieht nach ihr, aber keiner ist besorgt. Sowas passiert hier halt.
Wir gehen vorbei an Schreinen kleinerer Gottheiten, wo die dazugehörigen Mönche Menschen "segnen", die Ihnen Geschenke bringen. Auch hier eine lange Schlange obstbestückter Buddhisten.

Weiter ging es einen sandigen Weg zum grossen Tempel entlang, an dessen Ränder Frauen Wasserlilien verkauften, wir nahmen 5 und opferten sie an den Schreinen rund um die weisse Stupa. Danach gingen wir schweigend drei mal um den Tempel herum, begleitet von Gesängen und Gebeten von Menschen, die entweder auch gingen, oder am Rand standen oder saßen. Da war eine wunderschöne Stimmung, ganz friedlich und andächtig und fröhlich. Eine gute Mischung.

Fast drei Stunden waren vergangen bis wir wieder am Anfang bei unseren Schuhen angelangt waren. Wahnsinnig viele Eindrücke,  Gerüche und Farben haben wir gesehen, blinkende Buddhaschreine, die psychedelischer nicht hätten anmuten können, viel zu verdauen.

Die Nacht war friedlich und der Schlaf wohlverdient und am nächsten Morgen sind wir zeitig um 7 aufgestanden und los gefahren zu Waliammas Devale. Ein weiterer Tempel auf dem Gipfel eines Berges in der Nähe.

Am Fuße haben wir unseren Scooter abgestellt und sind los gegangen in den Dschungel. Tausende Treppenstufen führten durchs Grün nach oben, auf dem Weg wurden uns an kleineren Schreinen von murmelnden Mönchen verschiedenstfarbige Punkte auf die Stirn gemalt.
Eineinhalb Stunden dauerte der Anstieg. Wir waren recht schnell. Und sehr verschwitzt als wir oben ankamen. Schneller waren nur die vielen Affen, die verstohlen auf uns herabblickten und darauf warteten, dass sie uns was zu essen abluxen können.

Der Ausblick war atemberaubend. Bis zu den Meeren konnten wir blicken und weit in die Berge hinein auf der anderen Seite.
Es war strahlend blauer Himmel und im Schatten des Buddhatrees haben wir eine Pause gemacht, um unsere Beine auszuruhen. Andere Tempelgänger gaben uns von Ihrem Obst und so saßen wir da und aßen genüsslich ein paar Bananen.

Der Abstieg ging natürlich schneller, aber am Ende haben unsere Beine doch gezittert. All diese ungleichmäßigen Stufen sind ganz schön anstrengend für Knie und Muskeln...

Weder auf dem Weg, noch oben haben wir auch nur einen einzigen Touristen getroffen, dafür aber Scharen von Singhalesen und Tamilen, die alle diese Göttin verehren. Es war eine fröhliche und freundliche Stimmung und alle haben sich ermutigt, die nächsten Schritte auch noch zu gehen.

Ich kann Kataragama nur empfehlen, wenn man mal den ganz argen Religionshammer möchte. In der richtigen Pilgersaison kann man hier auch noch ganz andere Sachen erleben, wo sich Menschen Messer oder Holzpflöcke durch die Haut bohren, oder sich an Ringen aufhängen. Das haben wir allerdings diesmal nicht gesehen.

Der Nachmittag gehörte dem Besuch eines ganz alten Tempels 20 km außerhalb. Monströse Granitfelsen, in die kleine Stufen gehauen wurden haben uns fast die Füsse verbrannt. Aber auch hier war der Ausblick wunder schön. Über den ganzen Yala National Park.
Tief in einem der Felsen war eine Höhle geschlagen wirden, in der eine liegende Buddhastatue zu sehen war. Diese Höhlen sind kühl und ruhig und erholsam für die Seele finde ich.
Auch hier waren wir eine gute Stunde zu Fuss unterwegs und den Muskelkater durfte ich auch ein paar Tage später noch spüren.

Am frühen Abend haben wir dann einen Ausflug nach Tissa gemacht, wo wir uns an den Rand einer riesigen Lagune gesetzt haben und als die Dämmerung kam, kamen die Flughunde. Erst waren es ein paar und ich hab fröhlich drauf gezeigt: "Chamara look, bats!" "Look there." kam nur züruck und am Horizont kam eine riesige schwarze Wolke von langsam Flugelschlagenden riesigen Fledermäusen auf uns zu. Boom! Total geil, und ein wunderbarer Abschluss für diesen wahnsinnig tollen Besuch in Kataragama.

F*

Friday, 26 February 2016

Leeres Haus und gepackter Rucksack

Gestern haben wir (Chamara, Nirash und ich) Sana zum Flughafen gebracht. Durch den ärgsten Sturm, mit umgefallenen Bäumen, Blitzen und Donner, wie in Ronjas Geburtsnacht und Regengüssen, wie ich sie seit Goa nicht mehr erlebt habe. Uns war allen etwas mulmig im Auto.
Machte aber alles nix, nach einer Stunde war alles vorbei und nach einem schnellen Abschied, um bloß nicht emotional zu werden, sind Chamara, Nirash und ich im Sonnenschein zurück nach Hause gefahren.
Abends war es dann schon komisch mit Sanas leerem Zimmer. But what to do? Wir haben eine Zigarette auf sie geraucht und sind früh ins Bett, da heute einges an Organisation anstand.
Das Haus ist jetzt leer, Helen ist eingezogen (sie übernimmt Haus und Ulf für die nächsten Wochen), der gepackte Rucksack steht bei Chamaras Family und ein kleines Urlaubsgepäck wartet daheim drauf, dass es morgen in der Früh endlich losgeht auf unsere Scootertour.
Es ist ein sehr glücklicher Tag bei Chamara daheim mit all den Geschenken, die sie heute bekommen haben. Wir hatten für die Küche einiges gekauft, das jetzt hier gelandet ist und auch ein paar Kissen und Krimskrams und Klamotten, die entweder fehlgekauft oder aussortiert wurden. Chamaras Kommentar zu den ganzen Tüten war: "I think mother very happy, maybe heartattack happy." Aber das ist zum Glück nicht passiert.
Heute Abend gibt es noch ein letztes Mahl bei uns daheim und dann habe ich keinen festen Wohnsitz mehr hier. Dafür aber noch zwei Wochen vogelfreies Rumreisen.
Ich freue mich schon sehr auf die neuen Eindrücke.
Neben mir sitzen Chamara und seine jüngste Schwester, die ihm gerade die grauen Haare aus der sonst schwarzen Mähne schnippelt, vor uns der Brunnen, an dem sich gerade der grosse Iguana sonnt, hinter uns der Neffe, der nach ein paar Tagen Krankheit seinen Energieüberschuss durch Quatsch machen los wird und über mir strahlend blauer Himmel und wehende Kokospalmen. Mutter und mittlere Schwester bereiten das Abendessen vor und verräumen die Mitbringsel in den paar Schränken, die sie haben. Ich bin gerne hier.
Bis bald, dann von woanders.
F*

Sri Lanka Schmankerl 6

Die Schlange und das Hörnchen

Tatort: Chamaras Haus
Hauptdarsteller: die Schlange, das Hörnchen, der Greifvogel, Chamara
Nebendarsteller: die Schwestern, die Mutter, der Neffe, die Fam

Lautes gepiepse war von draussen zu vernehmen und Chamara beugt sich neugierig aus dem Fenster.
Ein Hörnchen, eine Schlange! Oh weh!
Beide ineinander verschlungen in Schlanges erdrückender Liebesumarmung.
Die übrigen Haupt- und Nebendarsteller laufen nach draussen.
"Nein!" ruft Chamara und wirft einen Stein.
Die Schlange lässt ab, das geliebte Hörnchen flüchtet auf's Dach, doch die Rechnung wurde wohl ohne den Greif gemacht.
Der packte das frisch freigewordene Ding und flog dahin.
Tja, so läuft es im Dschungel...

Tuesday, 23 February 2016

Abschied, der erste.

Es ist der 23.2.2016 und Sana packt.
Morgen haben wir noch gemeinsam, dann geht es auf zum airport.
Es ist schon komisch, irgendwie surreal, am 27. brechen Chamara und ich dann auch schon auf zu unserer kleinen Rundreise.
Das Kapitel Hikkaduwa schreibt gerade nur noch die letzten paar Seiten und ich befinde mich in einem Zustand zwischen Sentimentalität und grosser Zufriedenheit über das was ich hier erlebt habe.
Die letzten paar Tage haben wir mit Lachen, Tanzen, Sonnenbaden, Plantschen, sehr gutem Essen und allgemein sehr viel Freude verbracht. Ob nun auf Sanas Abschiedsparty, bei den letzten Strandsonnenstunden oder beim Kochen daheim. Genossen haben wir es.
Ich denke, von der Tour kommt sicherlich auch noch mal was.
Bis dahin: Küsse in die Kälte,
F*

Zwei Mal Geburtstag und ein Sari

Wir haben am 19.2. die Geburtstage von Chamaras Mama und Neffen gefeiert, mit extrem scharfem Chickencurry und einem Sarifotoshoot bei ihnen daheim. Es waren alle da, auch die Oma, die mir geholfen hat, den Sari anständig zu wickeln. War für sie wohl auch das erste Mal (mit 76!!! Jahren). Wäre das Teil nicht so kompliziert und so warm, dann würde ich es definitiv öfter tragen, steht mir echt ganz gut.
Chamara hat sich auch schick gemacht und ich habe ihn zum ersten Mal mit Schuhen gesehen. Sehr strange.
Ich also in meinem rot und orangefarbenen Sari und den Sarischuhen der Mutter, er in weisser Hose, schwarz weissem Hemd und weissen Schuhen. Sana war die Fotografin.
Um es mal sanft zu sagen, sie hat ich an uns ziemlich ausgetobt und wir haben den oberkitschigen Fotoshoot hingelegt. Da muss definitiv was nachfolgen an Fotos, die darf man nicht verheimlichen!
Super cool, noch mal so ein spezielles Andenken mitzunehmen.

Tuesday, 16 February 2016

Endspurt

Die Tage sind gezählt, das Heimweh ist vorbei, das Geld ist ziemlich aufgebraucht und ich komme schon bald wieder nach Hause.
Zum Abschluss fahren Chamara und ich noch mal eine Woche durch dieses wunder schöne Land und lassen es uns gut gehen.
Sana hat nur noch 8 Tage. Verrückt, wie schnell immer alles geht, auch wenn man zwischendurch das Gefühl hatte, ewig Zeit zu haben.
Ich freue mich schon sehr darauf wieder ein wenig unterwegs zu sein und noch ein paar neue und wahrscheinlich auch bekannte Orte zu sehen.
Aber auf zu Hause freue ich mich auch. Das ist irgendwie ein schönes Gefühl.
Nicht, dass mir der Abschied von hier nicht schwer fallen wird, tränenreich wird es sicherlich. Aber ich weiss, dass ich wieder einen neuen Ort auf dieser Welt gewonnen habe, an dem ich willkommen und auch ein Stück weit zu Hause bin.
Ich hoffe nur, dass es Anfang März schon schön frühlingshaft ist in meinem geliebten Wien. Werde auf jeden Fall noch ein paar beachdays einlegen, um genug Sonne zu tanken.
Ich werde mal mit dem Wettergott ins Zwiegespräch gehen und alles in die Wege leiten.
So lange wünsche ich einen sanften Winterausklang, bis bald. :-)

Happy Valentinesday my darling!

Der erste echte Valentinstag meines Lebens liegt hinter mir. Ich wurde geweckt mit einer Dschungelblume und Kaffee am Bett und den Worten:" Happy Valentinesday my darling!"
Das war so kitschig und lustig und amerikanisch und strange, dass ich einen riesen Lachanfall bekommen habe, um ehrlich zu sein auch, weil ich es total schön fand.
Morgens ein paar Runden Carrom gespielt, geduscht, schick gemacht und mit dem Scooter ab nach Galle, wo ein riesiges Valentinsspektakel war, mit Musik und Essen und Helikopterflügen (viel zu teuer!) und und und.
Es war ein strahlend schöner Tag ohne Wölkchen, dafür mit einer "frischen" Brise. Allerdings auf dem Festivalgelände kaum auszuhalten, da man da fast gebraten wurde. Das lag aber zum Glück am Fusse des Galle Forts und so haben wir uns, wie übrigens sehr viele andere Paare auch, oben auf die Wiese gesetzt und auf das Geschehen unten herab geblickt. Sehr schön war es.
Nach einer Weile allerdings musste ich aus der Sonne und wir sind kurzerhand ins Kino gegangen. Balkony zum local Preis für schlappe €1,90 pro Person. Non A/C, dafür aber mit vielen Vetilatoren, die die heisse Luft durchgewirbelt haben. Mit popcorn und Cola und allem was dazu gehört.
Hat richtig Spass gemacht, mal wieder ins Kino zu gehen!
Abends sind wir dann noch auf die Valentinsparty im blue moon gegangen und nach einem nächtlichen Bäckereibesuch glücklich und zufrieden eingeschlafen.
Der wirklich klischeehafteste und lustigste Valentinstag, den ich je erlebt habe!

Thursday, 11 February 2016

5 Schritte vor, dreieinhalb zurück

Alles ist wie immer ein Hin- und Her, wie Ebbe und Flut und Tag und Nacht und Berg und Tal.
Bei mir war vor ein paar Tagen der allseits bekannte Asienüberdrusstag erreicht.
Ich wollte einfach daheim sein, alles verstehen, was um mich passiert, alle Regeln des Alltags und des Zusammenseins kennen, bekannte Strukturen um mich haben und überhaupt sollte es alles sofort so sein und nicht erst irgendwann (Habe ich in Europa denn jemals das Gefühl gehabt, alles zu verstehen? Und wenn ja, ist das auch so? Ich denke nicht...)
Ich kenne ihn diesen Tag und hatte ihn schon in Indien, auch mal in Spanien und in Indonesien sowieso.
Er ist jetzt vorbei und ich bin froh.
Seit zwei Monaten nun versuche ich meine Herkunft mit Chamaras unter einen Hut zu kriegen. Das ist nicht immer einfach, oft sogar mit sehr viel Arbeit verbunden, aber bis dato hatte ich genügend Energie und Lust dazu. Jetzt war ich einfach mal müde. Um mich dann doch aufzuraffen und es wieder zu tun. In kleinsten Mäuseschrittchen vor, noch mal erklären, noch mal ein Beispiel finden, noch mal ein neues Wort nachschlagen, noch mal durchatmen und geduldig warten, bis es angekommen ist. Gleichzeitig versuchen seine Seite zu verstehen, oder die Seite seiner Freunde.
Dieses Szenario kann man in beide Richtungen spinnen, da es ihm ja ähnlich geht. Nur hat er den Vorteil, dass wir hier in Sri Lanka sind und diese zusätzliche "Belastung" des "Aufmerksamseinswasichmache" nicht hat.
In all der Euphorie des Lernens und des Näherkommens und des Verstehens sind eben auch ein paar kleine und grössere Stolpersteine versteckt, die überwunden werden wollen.
Jetzt sind wir sie wieder nach vorne gegangen unsere 5 Schritte im Gänsemarsch. Slowly slowly slowly.
Ich koche heute eine Bolognese, die kenne ich, weiss genau, wie sie zu sein hat und sie wird verdammt gut werden.
Ausser meiner Müdigkeit geht es mir aber gut, ich wusste ja worauf uch mich einlasse und eine Beziehung ist ja doch auch in Europa öfters Arbeit, oder erinnere ich mich da falsch? ;-)
Ich lächele auf jeden Fall noch immer und das ist ja auch gut so.
Gerade hat Chamara mir ein grosses eiskaltes Bier gebracht, um 15h, am Strand. Manches ist doch überall gleich gut und es könnte definitiv auch viel schlimmer sein...
Küsse aus der anderen Welt!
F*

Saturday, 6 February 2016

Tuktuktuktuktuk...

In Sri Lanka gibt es alles in Tuktukform. Auch das strandfahrtaugliche vielzulautshaggyspielende Eisverkäufertuktuk <3!

"That's our husband!"

Manchmal gibt es auch ganz komische Regeln hier. Freitags ist Vibrationparty und wir wollten mal da hin.
Chamara meinte schon vorher, dass er vielleicht Eintritt zahlen müsse, was für uns der totale Quatsch war, kommt doch eh mit zwei weissen Mädels daher.
Na ja, es stellte sich heraus, dass er wirklich zahlen muss. 2000 Rupees! So viel zahl ich in Wien nicht für ne Party. Ich war also schon drauf und dran wieder zu gehen, da selbst die "This is my husband" Nummer nicht funktionierte, da zückt Sana einen Tausender und meint, dass wir es uns einfach teilen. Nun gut.
Das eingesteckte Trinkbudget für den Abend war also schonmal fast aufgebraucht, noch bevor wir den Laden überhaupt betreten haben.
Unsere Stimmung war aber zum Glück sehr gut und wir haben uns trotz mauem Taschengeld einen sehr netten Abend gemacht.
Zu trinken gab's dann auch noch was von so einem reichen Inder, der Chamara irgendwie angequatscht hatte und im Endeffekt waren wir doch eher zufrieden mit dem Abend.
Den aber definitiv krönenden Höhepunkt hatte das ganze Spektakel, als wir kurz in die Bar gegenüber wollten und wieder an der blöden Security vorbei sind. Sana war schon drei Meter vorher recht aufgebracht, da ein paar locals doch einfach so reingelassen wurden und rief den Sicherheitsmännern zu: "Why do you let these boys in and not him?!?! That's OUR husband, you know?" Ich denke, damit war dann alles geklärt.

Der ayurvedische Dorfarzt

Überbeinbehandlung auf ayurvedisch:

Seit ca. einem Jahr schlage ich mich, mal mehr, mal weniger mit einem Überbein am linken Daumenbasisgelenk rum. Geht meistens eigentlich ganz gut, nur manchmal nach dem Arbeiten, oder wenn ich massiert habe, schwillt es an und schmerzt ein paar Tage.
Nun dachte ich mir, ist das doch der perfekte Aufhänger um mal in die Ayurvedik reinzuschnuppern.

Natürlich wollte ich das richtige Erlebnis, nicht so ein Touriwellnessprogramm. Chamara kannte da noch so einen Dorfarzt 25km von hier zu dem wir dann gefahren sind.

Seine Praxis war in einer alten Garage oder zumindest einem so ähnlich anmutenden Gebäude gelegen und bestand aus einer Wartebank neben einer ayurvedischen Apotheke, die komplett aus Holz gezimmert war, einem Schreibtisch und zwei Stühlen. Wir kamen sofort dran.

Der sehr sympathische Arzt sprach nur wenig Englisch, was einen recht lustigen Übersetzungs-, Sprach-, und Verstehenswust zur Folge hatte.
Auch der Fakt, dass ich die erste Weisse in seiner Praxis war verhalf dem ganzen zu einem recht amüsanten Ambiente und so haben alle sehr viel gelacht in der dreiviertel Stunde, die ich dort war.

Er staunte erstmal nicht schlecht, dass ich das schon ein ganzes Jahr habe und hat nach einigem Dranherumdrücken und Begutachten und Pulsertasten genickt und gesagt:
"Yes, I can do something." Danach Stille. Ok.
"And what can you do?", fragte ich nach einer längeren Pause, in der er nur wissend lächelte.
"You cannot take shower one week." sagte er und fing an herzlichst zu lachen.
"Whaaaaat? It's very hot in Sri Lanka!"
"Yes, but one week no cold water and three medicines three times one day."
Ok, das ganze bedeutete, dass ich jetzt eine Woche lang nichts mit kaltem Wasser machen darf. Nicht duschen, sondern nur Waschen mit lauwarmem Wasser, trinken nur heisses Wasser und nix essen, was den Körper von innen kühlt. Dazu gibt es (O-ton) "dust" und "anthoney drops" und so eine schwarze, eher übelriechende Flüssigkeit. Drei mal am Tag im Abstand von 6 Stunden nehme ich jetzt also einen halben Teelöffel Staub mit Ameisenhonig zu mir und würge danach zwei Esslöffel schwarze Suppe runter. Alles unter Chamaras wachsamen Blicken, der die strikte Einhaltung aller Regeln forciert.
Zusätzlich hat er mir einen kleinen Verband mit einer nicht ganz so übelriechenden Paste auf's Überbein gepatscht und das darf ich nach drei Tagen abnehmen.

Das ganze Erlebnis hat inklusive aller Medikamente ganze 500 Rupees gekostet. Nix.

Ich habe indessen das Gefühl, das Zeug macht mich ganz wirr im Körper und alles ist am Arbeiten. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt und kann sagen, der zweite Tag ohne Dusche am Äquator war geruchstechnisch auf jeden Fall noch zu ertragen. Der dritte hat mich schwach gemacht, ich musste ins Meer hüpfen.
Ich halte also ganz typisch so einigermassen alle Vorschriften ein und kann sagen, das Überbein ist noch da, aber wird sicherlich am 7. Tage einfach verschwinden :-) .

Coole Erfahrung auf jeden Fall. Überbein ist vielleicht nicht die beste Diagnose, um den Heilerfolg des Ayurveda auszutesten, aber es wird nicht das letzte Mal gewesen sein...