Monday, 28 December 2015

Der Ra-Ausflug oder "The Marubadubaday"

Ra ist so eine Art Kokospalmen-Federweisser oder Sturm oder Most. Um an ihn ran zu kommen, werden zwischen allen möglichen Palmen Seile gespannt, über die sich die Erntemänner von Baum zu Baum hangeln. Sie schneiden abends die Kokosblüte an, hängen einen Eimer darunter und morgens ist der dann voll mit Ra und wird geerntet. Trinken sollte man es nur am Vormittag, denn abends ist es schon um.
Schon seit dem letzten Besuch in Sri Lanka wollten wir das mal probieren.
Letzte Woche saßen wir eines morgens zu viert hier bei uns rum (Suranga war auch da) und warteten auf den Anruf vom Hardwareshop wegen der Dachpappe. Der kam und verkündete uns, dass die Lieferung nicht gekommen war. Nun gut, what to do?
Wie schön, dass es immer einen mit einer grandiosen Idee gibt. Ich glaub, diesmal war es Chamara. Let's go to the jungle drinking place!
Jaaaaaaaaa!
Also rein ins Tuktuk und abgedüst quer durch die Wallachei mitten in eine Zimtplantage.
Zwischen den ganzen Zimtbäumchen standen sie, die Palmen. Schon von weiten sah man im Unterholz überall ältere Herren sitzen, die sich wohl schon den ein oder anderen Schluck gegönnt hatten.
Wir hielten an einem Bretterkonstrukt, dass ich jetzt einfach mal als Theke bezeichne, an und Suranga sprang zielstrebig vom Fahrersitz und füllte uns für schlanke 200 Rupies eine 1,5l Flasche voll mit einer milchig weißen Flüssigkeit. Das traditionell gebräuchliche Gefäß ist eine Kokosschale, wie man es bei einigen der Männer auch heute noch beobachten kann.
Natürlich trinkt man das nicht einfach so am Tuktuk, nein, rein ins Unterholz zwischen die Zimtbäume und hoch die Tassen! Wohl auch, weil wir dann nicht ganz so auf dem Präsentierteller sitzen mussten. Man kann sich die ganze Szenerie in etwa so vorstellen, wie den Kiosk am neuen Pferdemarkt an einem lauen Sommerabend, nur ohne Frauen und ohne Nüchterne und eben am Vormittag. Alles was weder Geld noch anderweitige Pflichten hat, gönnt sich hier einen sehr günstigen Vollrausch. Herrlich.
Wir verstecken uns also etwas vor den neugierigen Blicken der Stammkundschaft und setzen uns ein wenig abseits ins Gebüsch. Natürlich schmeckt uns dieses Gesöff vorzüglich, wie hätte es auch anders sein sollen... Etwas milchsauer, wirklich ähnlich wie Sturm mit einem Hauch Sauerkrautsaft.
Eine Flasche zu viert, das ist ja nix!
Suranga, schnell, noch eine!
Hihihi, hahaha, hohoho. So langsam fühlt es sich an wie Weiberfastnacht um 14h. Viel zu hell alles, aber sooooo lustig.
Zwei Flaschen, was soll das eigentlich? Komm, wir nehmen noch eine mit nach Haus! Allseits begeisterte Zustimmung.
Schnell ins Tuktuk und heim tuckern. Gut, dass wir den Weg kennen :-).
Die letzte Flasche haben wir dann auch noch vernichtet und Bier war auch noch mit im Spiel. Und laute Musik. Und gegessen haben wir auch irgendwann mal was...
Durchgschlafen hab ich auf jeden Fall.
Es war dann ja auch nötig.

No comments:

Post a Comment