Alles ist wie immer ein Hin- und Her, wie Ebbe und Flut und Tag und Nacht und Berg und Tal.
Bei mir war vor ein paar Tagen der allseits bekannte Asienüberdrusstag erreicht.
Ich wollte einfach daheim sein, alles verstehen, was um mich passiert, alle Regeln des Alltags und des Zusammenseins kennen, bekannte Strukturen um mich haben und überhaupt sollte es alles sofort so sein und nicht erst irgendwann (Habe ich in Europa denn jemals das Gefühl gehabt, alles zu verstehen? Und wenn ja, ist das auch so? Ich denke nicht...)
Ich kenne ihn diesen Tag und hatte ihn schon in Indien, auch mal in Spanien und in Indonesien sowieso.
Er ist jetzt vorbei und ich bin froh.
Seit zwei Monaten nun versuche ich meine Herkunft mit Chamaras unter einen Hut zu kriegen. Das ist nicht immer einfach, oft sogar mit sehr viel Arbeit verbunden, aber bis dato hatte ich genügend Energie und Lust dazu. Jetzt war ich einfach mal müde. Um mich dann doch aufzuraffen und es wieder zu tun. In kleinsten Mäuseschrittchen vor, noch mal erklären, noch mal ein Beispiel finden, noch mal ein neues Wort nachschlagen, noch mal durchatmen und geduldig warten, bis es angekommen ist. Gleichzeitig versuchen seine Seite zu verstehen, oder die Seite seiner Freunde.
Dieses Szenario kann man in beide Richtungen spinnen, da es ihm ja ähnlich geht. Nur hat er den Vorteil, dass wir hier in Sri Lanka sind und diese zusätzliche "Belastung" des "Aufmerksamseinswasichmache" nicht hat.
In all der Euphorie des Lernens und des Näherkommens und des Verstehens sind eben auch ein paar kleine und grössere Stolpersteine versteckt, die überwunden werden wollen.
Jetzt sind wir sie wieder nach vorne gegangen unsere 5 Schritte im Gänsemarsch. Slowly slowly slowly.
Ich koche heute eine Bolognese, die kenne ich, weiss genau, wie sie zu sein hat und sie wird verdammt gut werden.
Ausser meiner Müdigkeit geht es mir aber gut, ich wusste ja worauf uch mich einlasse und eine Beziehung ist ja doch auch in Europa öfters Arbeit, oder erinnere ich mich da falsch? ;-)
Ich lächele auf jeden Fall noch immer und das ist ja auch gut so.
Gerade hat Chamara mir ein grosses eiskaltes Bier gebracht, um 15h, am Strand. Manches ist doch überall gleich gut und es könnte definitiv auch viel schlimmer sein...
Küsse aus der anderen Welt!
F*
Thursday, 11 February 2016
5 Schritte vor, dreieinhalb zurück
Subscribe to:
Post Comments (Atom)
No comments:
Post a Comment